H. G. Butzko überzeugt in der Kulturfabrik mit seinem Kabarett-Programm.

H. G. Butzko kommt beim Publikum mit seiner Art gut an.
H. G. Butzko kommt beim Publikum mit seiner Art gut an.

H. G. Butzko kommt beim Publikum mit seiner Art gut an.

DJ

H. G. Butzko kommt beim Publikum mit seiner Art gut an.

Krefeld. Der Mann hat alles, was einen guten Kabarettisten ausmacht. Er ist rhetorisch stark und fordert mit seinem „Intelligenz-Programm“ zwei Stunden lang sein Publikum in der Kulturfabrik. Das Angenehme: H. G. Butzko, Dauergast in TV-Kabarettsendungen und Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, kommt ohne Moralpredigt aus. Und er verzichtet auf Pointen zum Schenkelklopfen. Seine Waffen sind wohlgesetzte Worte. Er ist zwar unbequem, argumentiert aber stets logisch statt ideologisch und bleibt bei aller Kritik an Politik und Gesellschaft ein Menschenfreund.

Gibt es überhaupt menschliche Intelligenz? Spätestens, wenn man Butzko zuhört, keimen Zweifel auf. Untertitel des Programms: Wie blöd kann man sein? „Früher hatte jedes Dorf seinen Depp, seit Facebook unterhalten sie sich auch miteinander“, stellt er fest. Und stellt die Intelligenz-Frage auch global. Ob in Richtung US-Präsident oder Frankreichs Oppositionsführerin Marie Le Pen, die die Todesstrafe als Abschreckung gegen Suizid-Terroristen fordere.

Mit vielen Beispielen belegt der Kabarettist, dass Intelligenz nicht gerade zu den Haupteigenschaften des menschlichen Wesens gehört. So soll es im Osten Deutschlands Fremdenhasser geben, die beklagen, dass an westdeutschen Schulen arabische Zahlen und lateinische Buchstaben gelehrt werden. Da fehle nur noch die AfD, die das endlich verbietet. Überhaupt hat es ihm „der Haufen um Höcke, Petry, Gauland und von Storch mit seiner braunen Soße“ angetan. Frauke Petry habe die AfD als Fieberthermometer der Gesellschaft bezeichnet. „Da hat sie recht“, meint Butzko, „wenn man sich überlegt, wo man das Thermometer üblicherweise hinsteckt.“

Der 1965 geborene Gelsenkirchener versteht es, komplexe Zusammenhänge zu beschreiben. Von Religionen hat der gläubige Atheist keine gute Meinung. „Sie sind Kartelle zur Durchsetzung von Machtansprüchen, und Regierungen unterstützen das. Welche der Glaubensgemeinschaften am meisten irre ist, wage ich nicht zu behaupten.“ Dabei hat er nichts gegen sie – nur gegen Hassprediger und Religionseiferer, aber die gebe es überall, nicht nur unter den Islamgläubigen. Sein wichtigstes Anliegen ist es zu differenzieren. Warum spricht man von Terror beim Attentat eines Islamisten und von Amok bei einem christlichen Täter wie in Charlottesville? Beide bringen den Tod.

Religionen aus dem Schulunterricht verbannen

Aber deshalb den Koran verbieten wollen, weil Stellen darin gegen das Grundgesetz sind? „Die Bibel auch“, sagt Butzko und verblüfft mit Beispielen. Die Verschleierung der Frau und das vermeintliche Recht des Tötens seien keine Erfindung des Islams. „Das Copyright liegt bei der Bibel.“ Wer also den Koran verbieten wolle, dürfe nicht vor der Bibel haltmachen und müsse sich zudem mit allen anderen Glaubensgemeinschaften auseinandersetzen. Besser sei es ohnehin, die Religionen aus dem Schulunterricht zu verbannen. Er erinnert sich an die eigene Schulzeit, als er und seine Mitschüler alles gemeinsam machten und nur zum Religionsunterricht getrennt wurden, wo das Anderssein betont wurde. wop

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