Vollplaybacktheater sorgt in der Kufa für Überraschungen.

Text müssen die Schauspieler des Vollplaybacktheaters nicht auswendig lernen. Sie überzeugen durch Wandlungsfähigkeit und Mimik.
Text müssen die Schauspieler des Vollplaybacktheaters nicht auswendig lernen. Sie überzeugen durch Wandlungsfähigkeit und Mimik.

Text müssen die Schauspieler des Vollplaybacktheaters nicht auswendig lernen. Sie überzeugen durch Wandlungsfähigkeit und Mimik.

Dirk Jochmann

Text müssen die Schauspieler des Vollplaybacktheaters nicht auswendig lernen. Sie überzeugen durch Wandlungsfähigkeit und Mimik.

Krefeld. Madonna tut es, Britney Spears auch und DJ Ötzi erst recht: Playback singen. Jedoch bekleckern die sich dabei nicht gerade mit Ruhm. Schließlich nötigt es nur den wenigsten Respekt ab, wenn jemand seine Lippen zu einem Text vom Band bewegt. Das Vollplaybacktheater aus Wuppertal hingegen hat sich genau mit diesem Konzept in 14 Jahren ein sehr treues Publikum erspielt.

Die sechs Ensemblemitglieder bringen Hörspielklassiker auf die Bühne, spicken sie mit vielen überraschenden Zitaten aus Film, Funk und Fernsehen und bieten ihren Fans damit eine kurzweilige Inszenierung zwischen Hommage und Parodie. Das Motto: „Alles spricht für uns.“

Die Darsteller schlüpfen in rund 40 verschiedene Rollen

Neu im Repertoire hat das Vollplaybacktheater „Die drei ??? und der Karpatenhund“ von 1979, die sehr beliebte dritte Folge der Hörspielreihe um die Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Viele Vorstellungen der Tour sind bereits ausverkauft, so auch die in der Kulturfabrik am Donnerstagabend.

Die meisten Kassettenkinder im Publikum, die sich dicht an dicht auf den Stühlen und Bierbänken aneinander kuscheln, sind mittlerweile erwachsen geworden. Einige ziehen gar bereits den eigenen Hörspiel-Nachwuchs heran: Selbst ein kleines Baby ist unter den Gästen.

Das Abenteuer um den Karpatenhund aus Kristall beginnt mit einem Anruf von Mr. Prentice. Bei ihm spukt es, davon ist er überzeugt. Eine unheimliche Gestalt geht in seiner Wohnung ein und aus. Außerdem sieht er immer wieder Lichtblitze, die er sich nicht erklären kann. Und dann ist auch noch der Karpatenhund geklaut worden, ein wertvolles Kunstwerk.

Der pummelige erste Detektiv Justus und seine Freunde Peter und Bob lassen sich natürlich nicht zweimal bitten, diesen kniffligen Fall zu lösen. Doch zuerst stochern sie lange im Nebel und können sich nicht erklären, warum auch andere Mieter des Wohnhauses Opfer von Anschlägen werden.

Das Ensemble des Vollplaybacktheaters verspricht auf seiner Internetseite eine „spezialgelagerte Komödie“ und einen „augenzwinkernden Sonderfall“. Und so geben die Schauspieler nicht nur die jungen Detektive als charmante Klugscheißer in spießigen Pullundern, sondern schlüpfen auch noch in ungefähr 40 andere Rollen, die nicht alle aus der Original-Hörspielversion stammen.

Die mehrfach ausgezeichnete Theatertruppe zitiert aus „Forrest Gump“ und „Rocky“, aus „Findet Nemo“ und „Sister Act“. Zwischendurch taucht Geisterjäger John Sinclair auf, dem eine eigene Hörspielreihe gewidmet ist, und auch die „Gewitter-Oma“, deren Anruf bei der Polizei durchs Internet geistert, ist zu hören.

Es sind diese liebevollen Details, die für die Überraschungsmomente und Lacher beim Publikum sorgen – auch wenn die meisten Zuschauer das Stück wohl in- und auswendig kennen.

Nächster Termin in der Kufa: Mittwoch, 6. April, 20 Uhr. Karten kosten 17,60 Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer