Hiltrud Lewe verbindet Natur und Industrie zu eindrucksvollen Bildern.

Die Krefelder Künstlerin Hiltrud Lewe zeigt großformatige Bilder im Kunst-Spektrum der GKK.
Die Krefelder Künstlerin Hiltrud Lewe zeigt großformatige Bilder im Kunst-Spektrum der GKK.

Die Krefelder Künstlerin Hiltrud Lewe zeigt großformatige Bilder im Kunst-Spektrum der GKK.

Dirk Jochmann

Die Krefelder Künstlerin Hiltrud Lewe zeigt großformatige Bilder im Kunst-Spektrum der GKK.

Krefeld. Sie ist eine Naturforscherin mit dem Pinsel. Die Krefelder Künstlerin Hiltrud Lewe stellt immer wieder Pflanzen in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Dabei steht nicht die naturgetreue Abbildung im Vordergrund, sondern es geht um die vielfältigen Strukturen organischer Formen, die sie in immer neue Zusammenhänge stellt.

Inspirieren lässt Lewe sich von der Natur, etwa vom Botanischen Garten. In ihren neuen Bildern, die bis Samstag im Kunst-Spektrum zu sehen sind, verknüpft sie natürlich gewachsene Formen mit Industriebauten.

Zarte Äste und Blüten – und das Fragment eines Duisburger Turms

Zwei Großformate von je zwei mal drei Metern beherrschen den ersten Raum der Ausstellung. Mit ihrer Formenvielfalt fordern sie den Betrachter heraus, auf Entdeckungsreise zu gehen. So ziehen sich auf einem Bild weiche, fließende Formen netzartig über die Fläche. Vieles erinnert an pflanzliche Strukturen, zarte Äste oder Blüten, allerdings in einer reduzierten, abstrakten Form.

Die Farben sind gedämpft, bilden aber Helldunkel-Kontraste. Dazwischen findet man Elemente aus Eisen, die sich wie selbstverständlich in die Pflanzenwelt einfügen. Es sind Fragmente eines Turms aus dem Duisburger Garten der Erinnerung, die sich eingeschlichen haben. „Die Natur hat sich diesen Ort zurückgeholt“, erklärt die Künstlerin. „Und alles bildet sich wieder neu“ hat sie ihr Bild genannt. So heißt auch die Aussstellung.

Es sind die Prozesse des Wachsens und neu Entstehens die sie auch in anderen Arbeiten interpretiert. So gibt es eine Reihe eindrucksvoller Zeichnungen, die den Strukturen von Schimmel in vergrößerter Form nachspüren. Im Obergeschoss gibt es dazu eine plastische Arbeit aus Kartonschnitt. Dabei entwickeln die als filigranen Verästelungen gezeigten Wucherungen eine besondere Ästhetik. „Grausame Schönheit“ lautet der passende Titel.

Auch in einer Raumecke lässt Lewe zarte Papierformen die Wand hoch wachsen. In einer kleinen Bilderserie verknüpft die Künstlerin das Thema Architektur und Natur in reizvollen Variationen. Grundrisse bilden die Basis, aus ihnen wuchern stark verfremdete, organische Formen in bunten Farben. Hier tritt der witzige, verspielte Charakter, der Lewes Arbeiten auch kennzeichnet, besonders gelungen hervor.

Den Abschluss dieser angenehm übersichtlich gestalteten Schau bilden eine Reihe von Papierkissen, in denen sich Zeichnung und scherenschnittartige Formen vermischen.

Kunst-Spektrum, St.-Anton-Straße 90. Bis 4. Februar. Do., 16-20 Uhr und Sa., 11-14 Uhr. Ab 25. Januar stellt Lewe in einer ehemaligen Dominikanerkirche (Kunstzentrum Domani) in Venlo aus.

www.domani-venlo.nl

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