Hilfswerk Misereor stellt das neue Fastentuch von Chidi Kwubiri und das Motto der Aktion vor.

Vor dem Hungertuch: Anne Ulmen, Eva Schreinermacher und Mirjam Günther (v.l.).
Vor dem Hungertuch: Anne Ulmen, Eva Schreinermacher und Mirjam Günther (v.l.).

Vor dem Hungertuch: Anne Ulmen, Eva Schreinermacher und Mirjam Günther (v.l.).

Andreas Bischof

Vor dem Hungertuch: Anne Ulmen, Eva Schreinermacher und Mirjam Günther (v.l.).

Krefeld. „Ich bin, weil du bist“ ist ein afrikanisches Sprichwort. Es drückt aus, dass alle Menschen aufeinander angewiesen sind. Das Sprichwort ist auch das Motto des neuen Hungertuches, das alle zwei Jahre vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor in Auftrag gegeben wird. Eine Jury wählt einen Künstler aus, der das Tuch gestaltet. In der Fastenzeit ist es dann in vielen Kirchen zu sehen. In Krefeld stellten jetzt Mitglieder der Projektgruppe Misereor des regionalen Katholikenrates das Motiv des neuen Tuches vor und erläuterten die Fastenaktion des Hilfswerkes.

Der Zufall führte den jungen Mann aus Nigeria an die Kunstakademie

Das Tuch besteht aus zwei fast identischen Bildern, die der afrikanische Künstler Chidi Kwubiri geschaffen hat. Er wurde 1966 in einem Dorf in Nigeria geboren und lebt heute als freischaffender und international erfolgreicher Künstler in Pulheim bei Köln. Ein Filmbeitrag zeigte den ungewöhnlichen Werdegang des Mannes, der bereits als Kind im Sand malte. Als junger Mann ging er nach Deutschland. Er hatte nur 100 D-Mark und eine Hose bei sich.

Seine Liebe zur Kunst und der Zufall führten ihn an die Düsseldorfer Kunstakademie, wo er Malerei studierte und heute ein gefragter Künstler ist. Seine bevorzugte Technik ist die des „Dripping“, bei dem die Farben auf die liegende Leinwand in unzähligen Schichten getropft werden. Auch für das Hungertuch hat er diese Technik angewandt.

Bilder bilden erst zusammen eine Einheit

Die beiden Bilder zeigen jeweils einen afrikanischen Menschen im Profil, die sich gegenseitig Arme und Hände auf die Schulter legen. Auf dem linken Bild dominieren Grün-und Blautöne, auf dem rechten sind es Gelb und Ocker. Vor dem flirrenden Hintergrund der unzähligen Farbtupfer zeichnen sich die Konturen der Menschen deutlich ab.

Zwischen beiden Bildern ist bewusst ein weißer Streifen gelassen. Die Bilder sind so eigenständig wahrnehmbar, trotzdem wird deutlich, dass sie erst zusammen eine Einheit bilden. Für die Farben hat sich der Künstler von seiner Heimat inspirieren lassen.

Eng verknüpft mit dem Tuch ist die Fastenaktion von Misereor. Auch sie hat ein Motto, es heißt diesmal „Die Welt ist voller guter Ideen, lasst sie wachsen.“ Auf dem dazugehörigen Aktionsplakat ist ein Mädchen zu sehen, das eine Sonnenbrille verkehrt herum aufgesetzt hat. Die Kleine stammt aus Burkina Faso.

Das afrikanische Land steht im Fokus der Fastenaktion. Misereor fördert bereits seit fünfzig Jahren Projekte in dem Land, das aufgrund seiner Lage in besonders vom Klimawandel betroffen ist. Die Bildungsreferentinnen Anne Ulmen und Mirjam Günther stellten im Anschluss die beiden Projekte vor, die durch die Fastenaktion unterstützt werden.

In den Projekten werden Menschen bei ihrer Arbeit in der Landwirtschaft nachhaltig unterstützt. Das eine widmet sich der Viehhaltung und der medizinischen Versorgung der Tiere, das andere der Milchwirtschaft. Ein wichtiges Thema für Misereor ist auch die Alphabetisierung. Weniger als dreißig Prozent der überwiegend jüngeren Bevölkerung können bislang lesen und schreiben.

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