Als Schauspieler Heinrich Giskes vier Jahre alt war, verschwand seine Schwester. Er hat das schreckliche Ereignis aufgeschrieben.

Der Schauspieler Heinrich Giskes gastiert in der Mediothek.
Der Schauspieler Heinrich Giskes gastiert in der Mediothek.

Der Schauspieler Heinrich Giskes gastiert in der Mediothek.

Wenger

Der Schauspieler Heinrich Giskes gastiert in der Mediothek.

Krefeld. Krisen bilden häufig den Anlass zum Innehalten, zum Blick zurück auf das gelebte Leben. So auch bei Heinrich Giskes. Der vom Theater, aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler, geboren 1946 in Krefeld, lag im Krankenhaus, und die Erinnerung an einen Tag in seiner Kindheit kam mit Wucht zurück.

Damals verschwand seine 16-jährige Schwester. Später wurde sie tot aufgefunden. Dieses Ereignis hat ihn, der damals vier Jahre alt war, immer begleitet. Jetzt hat er die schreckliche Geschichte auf Papier gebracht und im Eigenverlag herausgegeben. "In nur zwei Wochen habe ich das aufgeschrieben", erzählt Giskes.

Immer noch ist er erstaunt darüber, wie flüssig aus den Gedanken Sätze geworden sind. "Ich wusste nicht, dass ich schreiben kann", sagt er. So entstand die Rohfassung. Und da die Erinnerung eines Vierjährigen so ein Ereignis nicht in seiner ganzen Bedeutung bewahrt haben können, wählt er einen Rahmen: Ein älterer Bruder erzählt von der schicksalhaften Nacht. Für all diese geschwisterlichen Beziehungen hat der Schauspieler Vorbilder - die Giskes-Kinder waren zu acht. "Da hat immer ein älteres Kind auf ein jüngeres aufgepasst", sagt Giskes. Die verschwundene Schwester war seine Lieblingsschwester. Drei Geschwister leben noch in Krefeld, die übrigen nicht weit weg, in Düsseldorf und Amsterdam.

"Onroh. Trizonesische Nächte" hat Heinrich Giskes sein Buch voller Erinnerungen genannt, und seine Freunde sagen, es sei auch ein "Bilderbogen über Krefeld" geworden. Auf Einladung des Anderen Buchladens liest Giskes am  Donnerstag, 2.April, um 20 Uhr in der Mediothek aus seinem Buch. Dank seiner ausgebildeten Stimme wird es sicher ein beeindruckender Abend.

Da ihm das Schreiben so gut von der Hand ging, liegt schon ein neues Projekt auf Giskes’ Schreibtisch in Frankfurt. Ein Junge aus Gelduba, ein ungarischer Töpfer und die Nibelungen spielen in seinem neuen Buchentwurf eine große Rolle. Das wird wohl etwas ganz anderes - denn diesmal hat Giskes sich einen historischen Stoff gesucht, den er mit Fantasie füllen muss.

Heinrich Giskes wurde am 3. April 1946 in Krefeld geboren. Der Schauspieler arbeitet am Theater, für Kino, Fernsehen und Hörfunk. Er lebt seit zwölf Jahren in Frankfurt am Main.

In den 70er Jahren spielte er sehr erfolgreich Kleists "Prinz von Homburg" am Hamburger Schauspielhaus, Intendant war Ivan Nagel, Regisseur Peter Zadek.

Im Kino war Heinrich Giskes unter anderem in "Wir können auch anders", "Bang Boom Bang" und "Was nicht passt, wird passend gemacht" zu sehen. Er spielte im Fernsehen unter anderem in diversen Tatort-Folgen. Am 16. April ist er in "Pfarrer Braun" zu sehen (ARD, 20.15 Uhr).

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