Joachim Klos war Meisterschüler von Gustav Fünders. In Krefeld sind wenige seiner Werke erhalten.

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Nur einige kleinere Fenster von Joachim Klos sind in der Kirche St. Peter in Uerdingen erhalten.

Nur einige kleinere Fenster von Joachim Klos sind in der Kirche St. Peter in Uerdingen erhalten.

Andreas Bischof

Nur einige kleinere Fenster von Joachim Klos sind in der Kirche St. Peter in Uerdingen erhalten.

Krefeld. In Krefeld hat er leider nicht viele Spuren hinterlassen. Doch unter den Glaskünstlern der Nachkriegszeit war Joachim Klos (1931-2007) ein Ausnahmetalent. Gemeinsam mit Hubert Spierling und August Pigulla bildet er das außergewöhnliche Meisterschüler-Trio, das aus der legendären Klasse des Glasgestalters Gustav Fünders hervorging.

Von den vielen Kirchenfenstern, die er im Lauf seines intensiven Künstlerlebens gestaltet hat, sind nur einige kleinere in St. Peter in Uerdingen zu finden. Während die großen Fenster im Hauptschiff von Joseph Albert Sögtrop, ebenfalls Fünders-Schüler, stammen, befinden sich Klos’Arbeiten versteckt im Seitenschiff. Die für ihn charakteristischen grafisch geprägten Verästelungen zeigen deutlich seine Handschrift.

Klos wurde in Thüringen geboren, die dortige Landschaft mit ihren Wäldern hat ihn nachhaltig geprägt. Als 15-Jähriger fing er intensiv zu zeichnen an. „Das Alltägliche, scheinbar Unscheinbare reizte mich“ erinnerte er sich später. Vor allem faszinierten ihn umgeknickte und zersplitterte Bäume. Ihre linearen Strukturen spiegeln sich auch später in seiner Formensprache als Glaskünstler.

Fünders ließ seinem Schüler viel Freiraum zur Selbstfindung

An der Hochschule in Weimar fand der junge Kunststudent mit Martin Domke seinen ersten wichtigen Lehrer. Der Krieg war vorbei, und man wollte den Geist des Bauhauses wiederbeleben. Domke förderte Klos’ Interesse für Glaskunst und ließ ihn an einem Wettbewerb für neue Fenster am Kölner Dom mitarbeiten.

Nach zwei Jahren in Weimar ging Klos an die Krefelder Werkkunstschule zu Gustav Fünders, wo er 1956 seinen Abschluss als Meisterschüler machte. Über seinen Lehrer sagte er später: „Ich bin ihm heute noch dankbar, dass er mir so viel Freiraum für meine Selbstfindung zugestand und nur behutsam beratend und korrigierend eingriff.“

Vertreter Mit Thorn Prikker begann in Krefeld eine Tradition erfolgreicher Glaskünstler.

Verein Der Verein Kunst und Krefeld hat die Geschichte der hiesigen Glaskunst in Ausstellungen und Katalogen aufgearbeitet.
 

Nicht zuletzt das beschert ihm einen großartigen Karrierestart. Bereits 1958 erhielt er den direkten Auftrag, neue Fenster für die gotische Kirche St. Maria Himmelfahrt am Alten Markt in Mönchengladbach zu schaffen, die heutige City-Kirche.

Auf eindrucksvolle Weise verband der junge Künstler gegenständliche und abstrakte Motive zu einem Fensterzyklus in dessen Zentrum Maria als Himmelskönigin steht. Feinste Verästelungen, die über die Metallkonstruktionen und Bleiruten hinausgehen, wurden zum Merkmal seiner Formensprache. Farblich dominieren mit Blau, Rot und Weiß die Farben der Muttergottes.

Damit erregte Klos überregionale Aufmerksamkeit, blieb als freischaffender Künstler allerdings hauptsächlich am Niederrhein tätig. Über 100 architekturbezogene Arbeiten führt sein Werkverzeichnis auf.

Klos schlug kreative Purzelbäume in Richtung Kinetik und Op-Art

Zeitgenössische Strömungen in Architektur und Kirche beeinflussten jedoch seine Arbeit. Er wurde künstlerisch experimenteller, interessierte sich für Kinetik und Op-Art. Ein Freund bezeichnete das als „kreative Purzelbäume“. Seit 1968 hatte Klos sein Atelier in Nettetal, wo er mit seiner Frau lebte, die er in der Fünders-Klasse kennengelernt hatte.

Eine besondere Beziehung hatte er zu der Mönchengladbacher Kirche. Noch im Jahr 2000 entwarf er Fenster für die Vorhalle. Und in eben dieser Kirche, umgeben von seinem großartigen Fensterzyklus, wurde er nach seinem Tod im März 2007 mit einem Requiem verabschiedet.

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