Zwischen Grusel und Melancholie bewegt sich die Ausstellung zweier junger Künstlerinnen in der Villa Goecke.

Sie bannen Melancholie auf Leinwand: die Künstlerinnen Simone Lucas und Angelika J. Trojnarski.
Sie bannen Melancholie auf Leinwand: die Künstlerinnen Simone Lucas und Angelika J. Trojnarski.

Sie bannen Melancholie auf Leinwand: die Künstlerinnen Simone Lucas und Angelika J. Trojnarski.

DJ

Sie bannen Melancholie auf Leinwand: die Künstlerinnen Simone Lucas und Angelika J. Trojnarski.

Krefeld. Der November ist kein beliebter Monat: Erich Kästner hat ihm sogar einen Trauerflor angedichtet. "November" heißt auch die Ausstellung in der Villa Goecke mit zwei Positionen, die eine melancholische Grundstimmung verbindet: Zu sehen sind Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Simone Lucas (*1973) und der aus Polen stammenden, sechs Jahre jüngeren Angelika J. Trojnarski.

Verlassene Räume, die deutliche Spuren der Abnutzung bis hin zum Verfall zeigen, sind in Trojnarskis Bildern zu finden. Sie lenkt den Blick auf unscheinbare Details wie alte Wasserrohre und verweist unterschwellig auf die Fragilität von Dingen des täglichen Lebens. In "Skeleton Park" zeigt sie einen leeren Freizeitpark mit seltsam filigranen Geräten.

Malerei macht die Brüchigkeit der Dinge direkt spürbar

Die Malerei mit ihren fein abgestuften, gedämpften Farben lässt alles in einem diffusen Licht erscheinen, sie macht die Brüchigkeit der Dinge spürbar. Nicht immer malt die Künstlerin ihre Bilder auf Leinwand, manchmal benutzt sie schimmerndes Chromolux-Papier, was zu besonderen Farbwirkungen führt.

Zwischen Traum und Realität changieren die Bilder von Simone Lucas, in denen ein seltsames, an Spiegelungen erinnerndes Licht vorherrscht. Ein riesiges Auge schwebt, von Menschen bestaunt, über einer Wiese, eine altmodisch gekleidete Lehrerin steht an der Tafel. Es sind befremdliche, der Vergangenheit angehörende Situationen, die eine Wirkung bis in die Gegenwart zu haben scheinen. Sie lösen Unbehagen aus.

Leichter zugänglich sind dagegen die Bilder, in denen die Künstlerin eindeutig ein unheimliches Genre wählt. Ein Vampir, der als junger Mann im barocken Kostüm gezeigt wird, und ein Gespenst wirken plötzlich seltsam vertraut. Lucas spielt mit verschiedenen Ebenen, vermischt Realität und Traum in Bildern, die anziehend und verstörend zugleich sind. Beide Künstlerinnen vermitteln eine besondere Atmosphäre, geheimnisvoll und melancholisch wie Novembernebel. Bis 9. Dezember, Besichtigung nach Vereinbarung, Ruf 57 93 94.

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