Am Freitag endet die Doppel-Ausstellung „Am reinen Tisch“.

wza_1448x1500_609713.jpeg
Galeristin Carolin Börgmann vor einem Blickfang: In Torsten Ruehles Bild „Swimmingpool“ schwappt ein blaues Tuch ins Becken.

Galeristin Carolin Börgmann vor einem Blickfang: In Torsten Ruehles Bild „Swimmingpool“ schwappt ein blaues Tuch ins Becken.

Andreas Bischof

Galeristin Carolin Börgmann vor einem Blickfang: In Torsten Ruehles Bild „Swimmingpool“ schwappt ein blaues Tuch ins Becken.

Krefeld. Zwei Künstler begegnen sich "am reinen Tisch". Unter diesem prägnanten Titel präsentiert die Galerie Börgmann noch bis Freitag Bilder von Torsten Ruehle und Armin Rohr. Beide Maler setzen sich auf unterschiedliche Weise mit Räumen auseinander.

Ruehles Bilder zeigen meist menschenleere Orte, die auf den ersten Blick sehr klar strukturiert und geordnet wirken. Die helle Farbigkeit der Gegenstände bekommt durch dunkle Konturen feste Umrisse, Geradlinigkeit ist das durchgehende Prinzip.

Tisch wird zum Wasserbecken, Lampe erinnert an eine Wolke

Erst bei näherer Betrachtung erkennt man Irritationen. Das können seltsame technische Geräte sein, die irgendwo platziert sind, Spielzeugautos oder eine kleine Katze, die auf einem Tisch sitzt. Ein anderer Tisch erinnert stark an ein Wasserbecken, eine Lampe bekommt eine wolkenartige Form. Dahinter steckt skurriler Humor - Ruehles Bilder werden für den Betrachter zu einer amüsanten Entdeckungsreise.

Auf die Spitze treibt es der Künstler mit dem Bild "Swimmingpool", ein Blickfang in der Ausstellung. Zu sehen ist ein Becken, in das anstelle von Wasser ein riesiges blaues Tuch schwappt. Auf einem Brett liegen zwei Frauen, die seltsam erschöpft wirken. Über die ganze Szenerie sind Schneeflocken verteilt, was den fantastischen Charakter noch verstärkt.

Ruehle spielt mit der Wahrnehmung, deutet Geschichten an, überlässt es aber dem Betrachter, sie weiter zu spinnen. Die Malerei, in der auch viel Zeichnerisches enthalten ist, ist dabei selbst ein Thema für den Künstler.

Ähnlich geht Armin Rohr vor. Eine eigenwillige Farbigkeit und eine Vielfalt von Strukturen bestimmen seine Bilder. Räume spielen auch bei ihm eine Rolle, doch der Künstler verknüpft sie mit dem Thema Macht. Er zeigt Männer, die eine nicht näher definierte Machtposition bekleiden. Die Gesichtszüge sind undeutlich, allein durch die Körperhaltung wird etwas über die Stellung der Person vermittelt. Direkt bedrohlich wirkt eine ganze Gruppe von Männern in Anzügen, die dem Betrachter frontal entgegenkommen. Der Boden leuchtet dazu in dominantem Rot.

Ob es Politiker oder Wirtschaftsleute sind, bleibt offen, Rohr lässt ähnlich wie Ruehle viele interpretatorische Freiheiten. Die Facetten von Macht sind vielfältig und spiegeln sich in seiner differenzierten Malerei sehr eindrucksvoll wider.

Di., 12-15 Uhr, Mi.-Fr., 12-18 Uhr, Sa., 11-13 Uhr. Bis 8. Januar.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer