In der Kufa gesteht der Sprachakrobat Thomas Reis: „Ich bin männlich, ich geb’s zu.“

Kabarettist Thomas Reis gibt offen zu: „Ich bin männlich.“
Kabarettist Thomas Reis gibt offen zu: „Ich bin männlich.“

Kabarettist Thomas Reis gibt offen zu: „Ich bin männlich.“

Kabarettist Thomas Reis gibt offen zu: „Ich bin männlich.“

Krefeld. Dieser Frauenversteher hat einen ausgeprägten Sinn für Humor. Und er ist ein intelligenter Aufklärer im großen Beziehungsdickicht von Mann und Frau. Für Kabarettist Thomas Reis reichen schon wenige Stichworte, um daraus ein abendfüllendes Programm mit pointiertem Wortwitz zu entwickeln.

Ausgehend von der titelgebenden Frage "Machen Frauen wirklich glücklich?" seziert der 46-jährige Wahl-Kölner in der ausverkauften Kulturfabrik mit bitterböser Leichtigkeit die widersprüchlichen und allzu bizarren Niederungen des Alltags und führt das Publikum auf brillant geebnete Um- und Abwege.

Seit Kleopatra ist der Feminismus ziemlich beängstigend für Männer

Ob Frauen in die Frauenhäuser geprügelt werden oder nur Fantasie zum Geld-Vernichten brauchen - der Feminismus präsentiert sich dem "schwachen Mann" seit Kleopatra facettenreich und beängstigend. Schließlich sind die meisten Herrschaftsformen laut Reis weiblich - außer der Kommunismus: "Der ist aber nur eine Utopie."

Kein Hirngespinst, sondern hintersinnig ist Thomas Reis’ verbales Trommelfeuer. So schlüpft der Wortakrobat vom Hundebesitzer Hasso bis zum Kinderarzt Holzmichel in verschiedene Rollen, imitiert Stimme und Gestus von Reich-Ranicki und Kermit, dem Frosch, und kreist als Spaßvogel über den Nebenschauplatz Politik, in der die Regierung unter Artenschutz steht.

Den Zuhörern bleibt zwar öfter das Lachen im Halse stecken, sie zeigen sich aber beeindruckt von dem rund 140 Minuten dauernden Vortrag. Thomas Reis treibt einen amüsanten Wahnsinn mit Worten, dazu agiert er äußerst sparsam. Auf der Bühne beschränkt sich sein Bewegungsradius auf gerade mal drei Meter. Selbst Requisiten wie ein Glas Wasser oder einen Tisch hat er nicht nötig. Thomas Reis spielt die Trumpfkarte Sprache voll aus - und kommt in der Zugabe zum entscheidenden Geständnis: "Ich bin männlich, ich geb’s zu".

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