Frontmann Jan Büttner reißt die heimischen Fans mit seiner Tenorstimme mit.

Frontmann Jan Büttner reißt die heimischen Fans mit seiner Tenorstimme mit.
Frontmann Jan Büttner erinnert sich noch an das erste Heimspiel in der Kulturfabrik. Damals spielte die Band vor 50 Besuchern in der kleinen Halle.

Frontmann Jan Büttner erinnert sich noch an das erste Heimspiel in der Kulturfabrik. Damals spielte die Band vor 50 Besuchern in der kleinen Halle.

Mark Mocnik

Frontmann Jan Büttner erinnert sich noch an das erste Heimspiel in der Kulturfabrik. Damals spielte die Band vor 50 Besuchern in der kleinen Halle.

Krefeld. Das sei jetzt ihr sechstes Heimspiel in der Kulturfabrik, stellt Jan Büttner fest. Der Frontmann der Krefelder Band The Fog Joggers steht auf der Bühne des großen Saals der Kufa und erinnert sich.

Zunächst seien sie drei Mal in der kleinen Halle aufgetreten, erst vor 50, dann vor 100 Zuschauern, und „jetzt sind es 700“, schätzt er mit Blick auf die Fans vor ihm. Die quittieren das jubelnd, und sie hatten auch ansonsten jede Menge Spaß an Krefelds derzeit erfolgreichstem Rock-Pop-Export bei seinem Heimspiel am Ostersonntag.

Der Singersongwriter Patrick Richardt bestritt teils solo, teils mit Unterstützung eines Gitarristen ein kleines Vorprogramm. Der von vielen Szenekollegen geschätzte Richardt traf mit seinen melancholischen Texten vielleicht nicht so ganz den Nerv des Publikums. Dennoch: Ihm wäre auch einmal wieder ein eigener Abend zu gönnen.

Die Musiker haben einen wiedererkennbaren Stil entwickelt

Sänger Jan Büttner, der auch ein guter E-Gitarrist ist, Christian Peitz am Keyboard, Stephan Selbach überwiegend am E-Bass und Dominik van Bebber am Schlagzeug, das sind „The Fog Joggers“, und ihre Musik ist eher untypisch für den deutschen Rock-Pop dieser Tage, der ja oft auch mit deutschen Texten daher kommt. Richardt unterstützte die Band als fünfter Mann.

Beat, Rockmusik der 1970er und 1980er Jahre, gewürzt mit einer Prise Rock’n’Roll und auch ein wenig Blues, dazu eingängige englische Texte, das ist die Mischung, mit der die Fog Joggers schon länger bundesweit erfolgreich sind. Das klingt ein wenig nach Retro-Stil, aber das trifft es nicht ganz. Auch wenn die Band voll in der Spur anglo-amerikanischer Rock-Pop-Geschichte liegt, mit der Frische ihrer Arrangements und ihrer Erfindungsgabe bei den Melodien haben die Musiker einen eigenständigen und jenseits verkrampfter Originalität wiedererkennbaren Stil entwickelt, den sie live handwerklich überzeugend präsentieren.

Der untergründige fette Orgelsound von Peitz und die treibenden Grooves von Drummer van Bebber geben den Songs Tiefe, Jan Büttners mitreißende Tenorstimme drückt der Musik den Stempel auf. Büttner singt oft gerade heraus, kippt manchmal in die Kopfstimme, kann aber auch zwischendurch als rauer Blues-Shouter die Stimmung anheizen. Und als Gitarrist trägt Büttner mit guten Riffs auch nicht unerheblich zur Atmosphäre bei. Den Song „Waiting In The Wings“, der immer noch als Untermalung für den TV-Spot einer Bierfirma dient und der sicher zum Erfolg der Band beigetragen hat, spielen die Fog Joggers in der Kufa erst als Zugabe. Bis dahin bekamen die Fans unveröffentlichte Stücke geboten, die reichlich Hitpotential haben. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Band den Höhepunkt ihrer Geschichte noch nicht erreicht hat.

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