Künstler K. A. Janßen zeigt mit seinen zauberhaften Bildgeschichten enorme Vielseitigkeit.

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K. A. Janßen zwischen seinen charakteristischen Kunstwerken.

K. A. Janßen zwischen seinen charakteristischen Kunstwerken.

D. Jochmann

K. A. Janßen zwischen seinen charakteristischen Kunstwerken.

Krefeld. Carpe diem – pflücke den Tag: Diese lebensbejahende Aufforderung des römischen Dichters Horaz ist für den Künstler K. A. Janßen von zentraler Bedeutung. Er lässt das Sprichwort zum wichtigsten Impulsgeber seiner Kunst werden. „Je älter ich werde, desto mehr denke ich auch über den Tod nach“, sagt der 74-Jährige.

Abgeklärt oder gar melancholisch ist seine Kunst deshalb nicht. In seiner aktuellen Einzelausstellung im Kunst-Spektrum präsentiert der in Kempen lebende Künstler 138 Arbeiten, die meisten neueren Datums.

Virtuose Kartonschnitte als Spirale direkt auf die Wand gebracht

Den Auftakt bildet ein Zyklus, der passend „Carpe diem“ heißt. Kartonschnitte bilden die Grundlage für druckgrafische Blätter, die Janßen paarweise als Dialog-Drucke gegenüberstellt oder zu mehrteiligen Leporellos aneinander fügt.

Diese von oben und unten lesbaren Bildergeschichten thematisieren den Menschen und seine Beziehung zu Natur und Technik. Als filigrane, zugleich dynamische Wesen zeigt Janßen seine Figuren, die sich leichtfüßig wie Tänzer durch eine alles andere als harmlose Welt bewegen.

Wie virtuos der Künstler den Kartonschnitt beherrscht, zeigt auch der Zyklus „Tatarin erzählt“. In Form einer Spirale direkt auf die Wand gebracht, entfalten die fragilen Formen reizvolle Schattenspiele.

Noch bemerkenswerter und ganz neu ist der im Nebenraum gezeigte 25-teilige Zyklus „Lächelnde Krokodile im Freundeskreis“. Die Formen in den gemalten Bildern erinnern an die Papierschnitte, allerdings überrascht der Künstler mit ungewohnter Farbigkeit. Neben dem vorherrschenden Schwarz sowie Blau und Rot sind jetzt auch gelbe und grüne Töne zu sehen.

Im letzten Raum entdeckt man den Künstler als Zeichner. Wieder in Form von Leporellos erzählt er mit feinem Strich zauberhafte Bildgeschichten. Neben dem Menschen ist die Natur Thema: ein Baum, eine einzelne Blüte, die auch für den Horaz-Spruch stehen könnte.

St.-Anton-Str. 90. Mo./Do., 16-20 Uhr, Sa., 11-14 Uhr. Bis 28. Mai.

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