Die Sinfoniker reisen musikalisch um den Globus – und zeigen Big-Band-Qualitäten.

Beim Neujahrskonzert überbrachten die Sinfoniker musikalische Grüße aus aller Welt.
Beim Neujahrskonzert überbrachten die Sinfoniker musikalische Grüße aus aller Welt.

Beim Neujahrskonzert überbrachten die Sinfoniker musikalische Grüße aus aller Welt.

Dirk Jochmann

Beim Neujahrskonzert überbrachten die Sinfoniker musikalische Grüße aus aller Welt.

Krefeld. Musikalisch rund um die Welt – und dies tänzerisch schwungvoll: Das war die Devise der Niederrheinischen Sinfoniker am Neujahrstag. Mit einem leichtfüßigen, beschwingten Reigen von Benjamin Britten, angeregt durch Rossinis Werke, starten sie in die mediterrane Musikwelt.

Intendant Michael Grosse gibt den Reiseleiter auf der Entdeckungstour in teils exotisch anmutende Klangwelten. Den slowakischen Komponisten Peter Breiner (geb. 1957) kennt man hierzulande kaum – völlig zu Unrecht. Der vielseitige Musiker überspringt die Grenzen zwischen E- und U-Musik, ist als Instrumentalist wie Dirigent aktiv.

Junge chinesische Geigerin Ye Wu begeistert mit ihrem Temperament

Unter der Leitung von Mihkel Kütson entführen die Sinfoniker das Publikum des sehr gut besuchten Theaters an die Seidenstraße. Für Breiners „Songs and Dances from the Silk Road“ hat man als Solistin die chinesische Geigerin Ye Wu engagiert. Die junge Dame begeistert, vor allem mit dem zweiten temperamentvollen Tanz, so dass das Publikum einen Zwischenapplaus nicht unterdrücken mag.

Das Wechselspiel von Geige und Flöte klingt chinesisch, dann geht es musikalisch im wilden Galopp durch die endlosen Steppen Asiens. Das Publikum ist aus dem Häuschen und erklatscht sich eine Zugabe, einen atemberaubenden Tango als Geigensolo.

Nicht weniger temperamentvoll sind nach der Pause Alexander Borodins „Polowetzer Tänze“. Doch erst die Symphonischen Tänze aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ entwickeln sich noch einmal zu einem Klang-Feuerwerk. Kütson beweist dabei, dass seine Sinfoniker auch Big Band-Qualitäten besitzen. Ein spannungsgeladenes Spiel, auf die Hundertstelsekunde punktgenau akzentuiert, vier Schlagzeuger in Hochform – das muss man von einem Sinfonieorchester nicht unbedingt erwarten.

Friedenskirche, 19. Februar, 20 Uhr. Werke von Schubert und Beethoven.

Seidenweberhaus, 16. und 19. April, 20 Uhr. Werke von Ravel, Schnyder und Strawinsky. Solistin: Tine Thing Helseth (Trompete).

Eintrittskarten für die Konzerte der Sinfoniker gibt es unter Telefon 805 125.

Das begeisterte Publikum belohnt den neuen Generalmusikdirektor mit stehendem Applaus für sein erstes Neujahrskonzert und lässt sich von ihm leicht zu Klatsch-Einsätzen beim unvermeidlichen Abschluss führen: dem Radetzky-Marsch.

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