Studenten lesen ihre Geschichten in der Fabrik Heeder.

Krefeld. Nun gut, die Welt kommt dann doch noch vor. Und nicht nur in der häufig zu hörenden Ansage: "Der Niers-Express nach Düsseldorf hat 20 Minuten Verspätung." Doch ein wenig mehr Realität wünscht man sich schon von den 20 Gladbacher Kulturpädagogik-Studenten, die sich hier als "Fahrtenschreiber" versuchen.

In der Fabrik Heeder steht an diesem Dienstagabend das Bühnenbild einer Kresch-Inszenierung. Bänke funktionieren es zu einem Wartesaal um. Akteure, die nichts zu tun haben, mimen Reisende. Bundesbahnansagen ergänzen das Bild akustisch.

Die Jungdichter lesen ihre Texte vom Blatt. Inszenatorische Hilfe von Kresch-Regisseur Helmut Wenderoth oder dem Lehrbeauftragten Daniel Rademacher haben sie offenbar wenig in Anspruch genommen. Für die Arbeit an den Texten in einer Literaturwerkstatt war der Professor Michael Els zuständig.

Auf die Aufgabe, Texte während einer Fahrt zu verfassen, haben sich allerdings nur wenige eingelassen. Immerhin keck gesteht Annika Förster ihr Scheitern, indem sie eine Einkaufsliste vorliest, die angeblich während einer Fahrt entstand.

Ansonsten haben die Jungautoren sich zu oft in surreale Verfremdung geflüchtet. Statt zu erzählen, projizieren sie nur. Caroline Gerhardts hingegen hat sich bei Ikea auf einen Einkaufswagen gesetzt und satirische Einblicke gewonnen. Und auch Alina Rupprechts Sprachspiel über die Vorzüge des Rückwärtsfahrens - Sitzen gegen die Fahrrichtung im Zug - lassen aufhorchen.

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