Die neue Reihe „Sammlungssatellit“ der Kunstmuseen feiert Premiere. Sie soll zweimal jährlich stattfinden.

Die neue Reihe „Sammlungssatellit“ feiert Premiere. Sie soll zweimal jährlich stattfinden.
Präsentierten die Reihe „Sammlungssatellit“ (v.l.): Andrea Hambloch, Katia Baudin, Volker Döhne und Ursula Wißborn.

Präsentierten die Reihe „Sammlungssatellit“ (v.l.): Andrea Hambloch, Katia Baudin, Volker Döhne und Ursula Wißborn.

Andreas Bischof

Präsentierten die Reihe „Sammlungssatellit“ (v.l.): Andrea Hambloch, Katia Baudin, Volker Döhne und Ursula Wißborn.

Krefeld. Die Sammlung der Kunstmuseen zeichnet sich durch eine große thematische Vielfalt aus. Diese zu entdecken und in neue Zusammenhänge zu zeigen ist die Idee der neuen Ausstellungsreihe „Sammlungssatellit“. Zweimal im Jahr sind Künstler unterschiedlicher Disziplinen eingeladen, sich mit einzelnen Objekten oder Teilbereichen der Sammlung auseinanderzusetzen. Der Auftakt der Reihe ist spektakulär. Unter dem Titel „Moving Mies – zwei Museen als Exponat“ stehen die Häuser Lange und Esters im Fokus. Der Künstler, der sie mit sachlichem und sehr kenntnisreichem Blick untersuchen und dem Publikum näherbringen möchte, ist Volker Döhne.

Volker Döhne begleitet Sanierung der Mies-Villen mit Fotoserie

Der Fotograf, der aus der berühmten Becher-Schule hervorgegangen ist und seit 1980 an den Kunstmuseen als Fotograf und Gestalter tätig ist, ist einer der besten Kenner der beiden Mies-Villen. Derzeit sind sie geschlossen und werden für das Bauhausjahr 2019 saniert. Döhne wird mit einer Fotoserie diese Arbeiten begleiten. Seine Bilder werden auf großformatigen Plakatwänden und Litfaßsäulen überall in der Stadt zu finden sein. „Wir wollen die Häuser den Krefeldern nahe bringen, gerade jetzt, wo sie geschlossen sind“, sagt Museumsdirektorin Katia Baudin.

Startschuss ist am Samstag im Rahmen von Kultur findet Stadt(t). Erste Bilder, die Döhne von den Villen gemacht hat, werden in drei leerstehenden Ladenlokalen (Friedrichstraße Ecke St. Anton-Straße, Königstraße 89, Marktstraße 36) als Projektionen zu sehen sein. Erste Plakate gibt es ab kommendem Dienstag zu sehen. Diese Aktion wird vom Stadtmarketing und vom Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ unterstützt. Am Samstag gibt es auch ein öffentliches Gespräch zwischen Döhne und Baudin in der Mennonitenkirche (15 Uhr).

Ein Thema wird dabei der Unterschied zwischen Bild und Fotografie sein. „Man muss in Bildern denken und nicht in Fotos. Bilder haben ihre eigenen Gesetze. Sie geben eine Mitteilung an den Betrachter“, sagt Döhne. Auch sein Lehrer Bernd Becher sprach über Bilder und nicht über Fotos. Für Döhne ist die Fotografie auch ein wesentliches Medium, um die Veränderungen in der Gesellschaft zu zeigen. So sind die leerstehenden Ladenlokale ein spannender und willkommener Ort für ihn, Veränderungen zu zeigen, aber auch neue Denkanstöße zu geben. Besucher, die sich am Samstag die Schaufenster der Ladenlokale ansehen, können vor Ort mit Mitarbeitern der Kunstmuseen ins Gespräch kommen und weiter über das Projekt informieren (Aktion „Fragt mich!“).

An den Sonntagen 8. und 22. Juli gibt es einen Workshop (jeweils 13 bis 17 Uhr) mit Volker Döhne zur sachlichen Architekturfotografie (Kosten 65 Euro, Anmeldung erforderlich). Am Samstag, 28. Juli (13 bis 17 Uhr) findet eine Radtour statt, bei der man neben den Plakatbildern des Sammlungssatelliten auch weitere interessante Bauten entdecken und fotografieren kann. Mitveranstalter dieser Tour ist die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank West. Die Stiftung, die bereits mehrfach die Kunstmuseen gefördert hat, unterstützt die Ausstellungsreihe des Sammlungssatelliten für zwei Jahre. „Der Funke ist sofort übergesprungen. Es ist ein perfektes Konzept“, sagt Ursula Wißborn vom Vorstand der Stiftung.

INSTALLATION Ab Freitag, 16. November, gibt es den zweiten „Sammlungssatelliten“. Dieser wird von Constanze Zawadzky, Volontärin an den Kunstmuseen, kuratiert. Sie hat das niederländische Künstlerduo Bik van der Pol eingeladen, im engen Kontext mit der Sammlung eine Installation zu kreieren, die für die Besucher zu einem Ort der Begegnung und Interaktion werden soll.

Da die bisherigen Förderungen sich immer auf Ausstellungen in den Häusern Lange und Esters bezogen, sieht sie in der jetzigen Verbindung zwischen Kaiser-Wilhelm-Museum, Sammlung und den Mies-Villen einen gelungenen Brückenschlag. Auch die Krefelder Filialleiterin Andrea Hambloch sieht durch die Förderung eine gute Möglichkeit, den Bürgern die Kunst näher zu bringen. Dass eines der mit den Fotografien bespielten Ladenlokale direkt neben der Filiale liegt, ist ein schöner Zufall.

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