Die Band The Crüxshadows aus Florida ließ in neuer Besetzung packende Elektro-Grooves in der Kulturfabrik erklingen.

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Durch den Sound der E-Violinen–hier gespielt von Johanna Moresco–hat der Crüxshadow-Sound an Tiefe gewonnen.

Durch den Sound der E-Violinen–hier gespielt von Johanna Moresco–hat der Crüxshadow-Sound an Tiefe gewonnen.

Andreas Bischof

Durch den Sound der E-Violinen–hier gespielt von Johanna Moresco–hat der Crüxshadow-Sound an Tiefe gewonnen.

Krefeld. Nur wenige Bands der alternativen Musikszene binden das Publikum in ihre Bühnenshows über Jahre so konsequent ein wie The Crüxshadows aus Florida. Während die ersten Takte aus den Boxen wummern, schreitet Frontmann Virgil Roger du Pont, kurz Rogue, zu Beginn des Konzertes in der Kulturfabrik durch die schwarz gekleidete Fanschar, um über einen Steg mitten im Saal auf die Bühne zu gelangen.

Für viele der knapp 200 Zuhörer scheint diese Aktion des Sängers mit der stacheligen Cyber-Frisur mittlerweile zu einer lieb gewonnenen Routine geworden zu sein. Zunächst lässt man sich auch mitreißen von der Performance, die sich über zwei Stunden hinweg zur ausgelassenen Begeisterung steigert. Den Schwung in die Feier der finsteren Figuren bringen dabei außer Rogue als ständigem Unruheherd vor allem die Einlagen zweier Tänzerinnen und die von Elektro-Grooves bestimmte Musik der in neuer Besetzung auftretenden Band. Denn gerade mit den drei Musikern an der E-Violine und E-Gitarre hat sich die Gothic-Wave-Formation, die mit ihrem vierten Gastspiel in sieben Jahren zu den Kufa-Stammgästen gehört, nicht nur optisch verändert.

Druckvoller und vielschichtiger präsentieren The Crüxshadows ihr Soundpotential. Titel wie "Immortal", "Tears" oder der US-Charts-Erfolg "Sophia" deuten auf einen leichten Stilwandel hin. Nur der dünne pathetische Gesang von Frontmann Rogue lässt trotz eingängiger Melodien Tiefe und Wärme vermissen. Dafür hält es den hyperaktiven Sänger Rogue auch nicht lange auf der Bühne.

Zwischendurch mischt sich der 37-Jährige ins Publikum, macht zu einem Titel auf einem Barhocker waghalsige Drehungen oder wird kurzerhand zum Heiratsvermittler für ein weibliches Fan-Pärchen. Zum furiosen Finale, dem Klassiker "Marilyn, my bitterness" holt sich Rogue gleich zwei Dutzend Fans auf die Bühne - so wird das Konzert zum intensiven Gemeinschaftserlebnis. Fazit: The Crüxshadows konnten live voll und ganz überzeugen - nur innovativer dürfte es mit der Zeit schon werden.

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