Die neue Ausgabe des Bildbandes „Unser C(K)refeld“ ist am Freitag in den hiesigen Buchhandlungen erschienen – und geht bis ins Jahr 1858 zurück.

Die neue Ausgabe des Bildbandes „Unser C(K)refeld“ ist gestern in den hiesigen Buchhandlungen erschienen – und geht bis ins Jahr 1858 zurück.
Helmuth Bayen (r.) und Andreas Storz präsentieren ihren Bildband.

Helmuth Bayen (r.) und Andreas Storz präsentieren ihren Bildband.

DJ

Helmuth Bayen (r.) und Andreas Storz präsentieren ihren Bildband.

Krefeld. Andreas Storz und Helmuth Bayen sitzen gelassen im Café. Sie freuen sich, dass nach einem Jahr Arbeit am gestrigen Freitag ihre sechste Ausgabe „Unser C(K)refeld“ in den Buchhandlungen erschien. Dieses Mal haben sich die beiden Krefelder bis ins Jahr 1858 zurückbegeben und ihre Stadt anhand von Bildaufnahmen mit heute verglichen.

Auf über 180 Seiten haben die beiden Fotos von Krefelder Straßen, Plätzen, aber vor allem Gebäuden zusammengetragen. Seit 2010 veröffentlichen die Autoren jährlich ein Bildbuch über das frühere Krefeld, und trotzdem findet sich kein Bild in einem späteren Buch erneut wieder. Es existieren zwar alte Adressbücher, anhand derer man die Geschichte von früheren Läden und Gebäuden nachvollziehen könne, jedoch gebe es kaum Bildmaterial. Und deshalb seien sie vor allem auf Verlage und alte Ansichtskarten angewiesen.

Durch alte Adressbücher ermitteln die Autoren Geschäfte

An diese gelangen Storz und Bayen durch Privatleute, die noch über solche verfügen. Dabei haben sie herausgefunden, dass die Menschen schon in der Zeit vor dem Telefon und dem Internet innerhalb weniger Stunden kommunizieren konnten. Die Ansichtskarte „Crefeld. Neusser Straße“ wurde nämlich am Vormittag des 9. Februar 1907 nach Amsterdam verschickt. Dort kam sie dann zwischen 15 und 16 Uhr an, so dass sich Personen aus verschieden Orten verabreden konnten. Ansonsten durchstöbern die Autoren Trödelmärkte und das Internet. Angefangen hat alles, als Storz kurz vor dem Tod seines Vaters die Sammlung von alten Ansichtskarten geerbt hat. Als Student fing der heute 58-Jährige dann an, sich mit den Aufnahmen zu beschäftigen, und sammelte Fotos aus Zeitungen. Bayen kannte als Geschäftsinhaber viele Leute, so dass er „die Werbetrommel anrollte“. So sind sie an Bilder und Informationen im direkten Gespräch mit älteren Menschen gekommen, die sich an das Eine oder Andere erinnern konnten. Storz erklärt jedoch: „Zum Glück gibt es lückenlose Adressbücher, denn die Erinnerungen der Menschen über ein altes Geschäft stimmen manchmal nicht überein.“

Dass nach der sechsten Ausgabe über Krefeld von Storz und Bayen und rund 3000 Bildern noch nicht Schluss ist, weist beispielsweise auch die Entwicklung der Friedrichstraße in der Stadtmitte hin. 1959 wurde der alte Krefelder Kaufhof abgerissen. Wenige Jahre später stand dort das Gebäude der Stadt-Sparkasse Krefeld, doch nun ist auch dieses abgerissen, und das Eckgrundstück steht wieder frei.

Das Buch „Unser C(K)refeld – Von 1858 bis heute“ ist für 22,90 Euro erhältlich. Für die Fischelner geht das Buch in der Postfiliale Kirch an den Verkaufsstart. Bayen wird am Samstag und Sonntag ab zehn Uhr in der Buchhandlung Kleinschen signieren und Storz jeweils ab 13 Uhr am Samstag bei Thalia und am Sonntag bei Mennenöh an der Rheinstraße. nk

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