Die mächtige Original-Tür des rechten Herbertzhauses erstrahlt beim Portalfest in neuem Glanz. Das freut die Uerdinger.

Die mächtige Original-Tür des rechten Herbertzhauses erstrahlt beim Portalfest in neuem Glanz. Das freut die Uerdinger.
Sara, Emma, Sura, Elif und Samia haben bei der 224. Montagslesung aus „Es muss auch kleine Riesen geben“ vorgetragen.

Sara, Emma, Sura, Elif und Samia haben bei der 224. Montagslesung aus „Es muss auch kleine Riesen geben“ vorgetragen.

Andreas Bischof

Sara, Emma, Sura, Elif und Samia haben bei der 224. Montagslesung aus „Es muss auch kleine Riesen geben“ vorgetragen.

Krefeld. Die 224. Montagslesung ist eine besondere, denn es gibt eine Party. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Erhalt Bücherei Uerdingen“ haben zum Portalfest geladen. Im Mittelpunkt steht die mächtige Original-Tür des rechten Herbertzhauses, die aufwendig restauriert wurde und nun wieder in neuem alten Glanz erstrahlt. Dahinter war früher die Bücherei untergebracht.

Gelesen wird vor rund 100 Besuchern auf der Niederstraße natürlich auch. „Ich freue mich total, denn die Türe ist so schön geworden“, sagt Arbeitskreis-Frontfrau Susanne Tyll und blickt auf das glänzende Holz. „Wir feiern jetzt. Das muss auch mal sein.“ Bier, Apfelsaft und Knabbereien stehen parat. Dazu spielt die Schmackes Brass Band auf.

Von mehreren Schichten Lack befreit

Ein anspruchsvolles Gebäude hat natürlich keine gewöhnliche Haustür, sondern ein Portal. „Die aus dem Herbertzhaus ist aus dem Jahr 1832, genau 3,50 Meter hoch und zwei Meter breit“, berichtet Restaurator Christoph Tölke. „Sie besteht aus massiver Eiche und besitzt aufwendige Schnitzereien. Wir haben sie zuerst in ihre Teile zerlegt, diese dann gereinigt, von mehreren Schichten Lack befreit, getrocknet, geglättet und dann mit einem natürlichen Öllack versehen, der schon seit 250 Jahren verwendet wird.“

Jetzt ist sie wieder repräsentativ fürs früher herrschaftliche Haus. Zwei Monate haben die Arbeiten gedauert, drei Mitarbeiter waren daran beschäftigt.

Der stolze Preis für die Arbeiten beträgt 11 000 Euro. Susanne Tyll: „Nach Genehmigung der Stadt Krefeld haben wir unter dem Motto ,Jeder Cent zählt‘ für die Restauration des denkmalgeschützten Büchereiportals gesammelt. Lesefreundinnen und -freunde, Rentner, Unternehmens-Leitungen und Geschäftsleute steuerten zu dem Betrag bei.“

Die nächsten Montagslesungen an der Bücherei Niederstraße: Am 11. September, 18.30 Uhr, lesen Alexandra, Patrizia, Viktoria van Rüth und Jakob Dicks aus Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“. Für 18. September, 18.30 Uhr, hat sich Anna Simonsmeier „Wen der Rabe ruft“ von Maggie Stiefvater ausgesucht. Poetry Slam gibt’s am 25. September mit Vegard Beyer aus Uerdingen und Adria Lison aus Münster.

Arbeitskreis-Mitglied Heinz Schotte hat sich über jede Spende gefreut und berichtet von einem kleinen Jungen, der stolz 50 Cent beigesteuert habe. Außerdem wünscht er der Tür, „die ihren 185. Geburtstag feiert“, das Beste.

Engagement für Eröffnung eines Quartierszentrums

Zwischendurch „zierte“ eine Baustellentür den Eingang. Etwas mehr als ein Jahr ist dann zwischen Idee und Umsetzung vergangen. Besucherin Simone Voss findet die Aktion und das Engagement der Bürger, die für die Eröffnung eines Quartierszentrums mit städtischer Medienausleihe kämpfen, toll: „Sie sind schon so lange bei der Sache und bei Wind und Wetter aktiv. Ich bin früher, als ich aus Uerdingen weggezogen bin, mit meiner Tochter noch immer hierher gefahren, um Bücher auszuleihen.“ An diesem Abend hat der Bezirksvorsteher Jürgen Hengst auch noch Gastgeschenke dabei. „Die Türe des Rathauses wird jetzt auch restauriert“, sagt er. „Die Verwaltung will die Gelder freigeben. Bei dem vielen Publikumsverkehr muss die Türe gut aussehen und im Winter vor allem dicht schließen.“

Und zu den drei Herbertzhäusern selbst: „Nach den Dächern wird jetzt eine Machbarkeitsstudie zu einer Fenster- und Fassaden-Sanierung erstellt. Wir werden die denkmalgeschützte Außenhülle dann so schnell wie möglich sanieren. Die Finanzierung wird zu 80 Prozent aus Landesmitteln innerhalb des Integrierten Handlungskonzeptes erfolgen. Es sind Mittel zur Städtebauförderung.“

Was an dem Abend gelesen wurde? „Es muss auch kleine Riesen geben“ von Irina Korschunow. Die Lektüre haben sich fünf Mädchen der Klasse 3a der Paul-Gerhard-Schule ausgesucht. Sara aus Afghanistan, Emma, Sura, Elif und Samia. Sie sind ein wenig nervös, machen ihre Sachen vor den 100 Besuchern aber sehr gut. Am Ende erhalten sie viel Applaus und kleine Eulen als Andenken.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer