Die Künstlerin stellt ab heute Abend das erste Mal im Kunst-Spektrum in der Gemeinschaft Krefelder Künstler ihre Werke aus.

Die Künstlerin stellt ab heute Abend das erste Mal im Kunst-Spektrum in der Gemeinschaft Krefelder Künstler ihre Werke aus.
Die Künstlerin präsentiert neben Malerei auch Skulpturen.

Die Künstlerin präsentiert neben Malerei auch Skulpturen.

Barbara Freundlieb vor einem ihrer Werke.

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Die Künstlerin präsentiert neben Malerei auch Skulpturen.

Seit fünf Jahren hat sie ihr Atelier im Pausenhof an der Marktstraße, jetzt gibt sie bei der Gemeinschaft Krefelder Künstler ihr Debüt. Heute Abend um 20 Uhr wird im Kunst-Spektrum, St.-Anton-Straße 90, die Ausstellung von Barbara Freundlieb eröffnet. Für ihre Antrittsausstellung als neues Mitglied der Künstlergemeinschaft hat sie sich für einen neutralen Titel entschieden: „Malerei Zeichnung Skulptur“ sind die Bereiche, in denen sie tätig ist, wobei die Malerei in ihrem Werk die wichtigste Position einnimmt.

Eine Figur schält sich aus dem Farbraum

Das wird gleich im ersten Raum sichtbar, in dem vier großformatige Bilder und eine kleine Skulptur aus Gips zu sehen sind. Auf den ersten Blick ist das Thema die menschliche Figur, die hier in einem besonderen Wechselspiel mit dem Raum wiedergegeben ist. Besonders bei einem Bild, das die gesichtslose, aber markante Silhouette eines Mannes zeigt, wird deutlich, wie sich aus dem Farbraum die Figur herausgeschält hat.

Die Farbe und der Raum sind hier Ausgangspunkt für einen Prozess gewesen, an dessen Ende der Körper im Raum entstanden ist. Bei einem anderen Bild bleibt die Darstellung des Körpers offener. Zu erkennen ist ein sitzender Frauenakt, der sich nicht so stark vom Raum abgrenzt, sondern mit seinen linearen Strukturen mit den teilweise verlaufenden Farbfeldern fast verschmilzt.

Direkt daneben ist ein Bild, das über mehreren Schichten eine Reihe gleichförmiger Felder zeigt, wobei jedes farblich individuell gestaltet ist. Sie erinnern an Fingerabdrücke, was an ein weiteres Thema bei Freundlieb anknüpft, dem menschlichen Porträt. In der oberen Etage zeigt die Künstlerin eine Serie von solchen Bildern, auf denen Menschen zu sehen sind, denen sie zwar nie begegnet ist, deren Äußerungen sie aber nachhaltig beeindruckt haben. Dazu gehören bekannte Persönlichkeiten wie Astrid Lindgren oder Vicco von Bülow (Loriot).

Die anderen Personen stammen aus dem französischen Film „Human“. Darin äußern sich Menschen aus aller Welt über zentrale Themen des Lebens. So schildert ein indischer Journalist die schwierigen Arbeitsbedingungen der Landbevölkerung, ein afrikanischer Straßenjunge erzählt, dass er eine bestimmte Aufgabe in seinem Leben hat. „Seine feste Überzeugung hat mich beeindruckt“, sagt Freundlieb. In ihren Porträts versucht sie, den individuellen Ausdruck und die Persönlichkeit dieser Menschen festzuhalten. Das Ergebnis sind starke Porträts, die den Betrachter direkt ansprechen.

Im nächsten Raum der thematisch gut gegliederten Ausstellung befinden sich Bilder, die an den ursprünglichen Beruf der Künstlerin anknüpfen. Als studierte Biologin interessiert sie sich besonders für Formen aus der Natur. „Medusengewusel“ hat sie ihre Bilder genannt, auf denen quallenartige Gebilde zu sehen sind. „Ich benutze die Formen der Natur, um sie mit Farben zu füllen“, sagt Freundlieb. Wie auch bei den Menschenbildern bilden sich die Formen aus den Farben heraus.

Manchmal bleiben einige Bereiche der Leinwand frei. „Es atmet so mehr, ist luftiger“, erklärt sie. Auch geologische Strukturen können einem Bild zugrunde liegen. Das Ergebnis ist eine dichte Komposition aus Blautönen, Orange und Weiß. Freundlieb ist von der reduzierten Farbfeldmalerei eines Mark Rothko fasziniert.

In diesem Sinn ist Reduktion für sie weiterhin ein großes Thema. „Man muss jedoch seinen eigenen Weg finden“, betont sie. Ein schwieriges Thema ist für die Künstlerin die Landschaft. Doch die Kunst, dabei nicht zu konkret zu werden, ist ihr bei dem Bild „Hombroich“ sehr gelungen. Akribisch hat sie dafür Wasserspiegelungen beobachtet und in ein faszinierendes Form- und Farbenspiel übertragen. Hier kommt die Geduld der Naturwissenschaftlerin wieder zum Tragen. Einige Zeichenstudien und kleine Gipsfiguren, die an Karikaturen erinnern, geben weitere Einblicke in die Arbeit der Künstlerin, die mit dieser Ausstellung einen überzeugenden Einstand gibt.

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