Kantor Christoph Scholz bringt jungen Zuhörern das große Oratorium näher.

Christoph Scholz bereitete Große Kirchenmusik für seine jungen Zuhörer besonders auf.
Christoph Scholz bereitete Große Kirchenmusik für seine jungen Zuhörer besonders auf.

Christoph Scholz bereitete Große Kirchenmusik für seine jungen Zuhörer besonders auf.

Dirk Jochmann

Christoph Scholz bereitete Große Kirchenmusik für seine jungen Zuhörer besonders auf.

Krefeld. Das Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel und Fußball auf eine Reihe zu bekommen, ist schon eine seltene Kunst, doch für den Kantor der Schutzengelkirche Christoph Scholz scheint das auch ein Heimspiel zu sein.

Mit kindgerechten wie auch für Erwachsene unterhaltsamen Moderationen brachte er am Sonntagnachmittag das barocke Chorwerk einer jungen Zuhörerschaft näher. Zur Vorbereitung für die ungewöhnliche Musikstunde hatte Scholz bereits mit zwei Klassen der Montessori-Schule gearbeitet und die Kinder hatten sich auch schon Fragen zu den Komponisten ausgedacht, mit denen sie später noch verbale Ballwechsel mit dem Dirigenten durchführen sollten.

Auf die ernste Feierlichkeit folgt lichte Bewegung

Natürlich schult Scholz auch das Hörvermögen und die Vorstellungskraft der jungen Konzertbesucher: „Es fängt so feierlich und ernst an, doch dann kommen Licht und Bewegung“. Der Kirchenchor der Schutzengelgemeinde präsentiert das erste Klangbeispiel, bei dem die Musik den Inhalt unverkennbar widerspiegelt.

Franziska Orendi (Alt) kommt als erste Solistin zum Einsatz. „Solisten können so schön singen, da braucht man keine anderen Sänger!“ erklärt Scholz. Auf die von den Kindern vorbereitete Frage „Welche Instrumente hat Händel gespielt“ antwortet er: „Orgel, Cembalo und Geige.“ Gleich fügt er noch hinzu: „Und wer nichts spielen kann, steht hier!“ und zeigt nach unten auf sein Dirigentenpodest. „Ich hab gedacht, ein Chor allein reicht nicht“, meint Scholz und auf den Podesten im Altarraum wechselt das Team: Der Chor Unisono bestreitet die zweite Halbzeit.

Die Vorstellung des Orchesters, der Capella 94 mit ihren historischen Instrumenten, liefert ihm eine Steilvorlage. „Links außen stehen die Oboen, rechts außen die Trompeten! Der Organist ist wie ein Torwart, der ist immer dabei. Im Mittelfeld stehen die Bratschen und die Offensive durch die Mitte kommt von den hohen Streichern,“ erklärt der Trainer einer großen Musik-Mannschaft.

Das Oratorium leitet in den Religionsunterricht über

Natürlich geht er noch auf die guten Einzelspieler, die Solisten ein. Zu diesem Team gehören noch Dorothee Wohlgemuth (Sopran), Wolfgang Klose (Tenor) und Gregor Finke (Bariton). Mit weiteren Ausschnitten aus dem Oratorium geben die Musiker einen anschaulichen Überblick über das Werk und seinen Inhalt, eine halbe Religionsstunde fällt dabei auch noch an.

Witzig und lebensnah ist das fiktive Gespräch mit einem Zeitgenossen Händels über die Vorlieben des Komponisten. Da fragt ein Kind: „Mochte Händel Tiere?“ „“Ja, am liebsten gebraten!“ lautet die ernüchternde Antwort des Dirigenten. Das „Amen“ wird zum großen Finale des gelungenen Kinderkonzerts, das gleichzeitig für die Musikerinnen und Musiker als Aufwärmtraining für das anschließende große Abendkonzert gelten kann.

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