Cellist Ramen Jaffé und Pianist Andreas Frölich begeistern die Zuschauer beim Konzert auf Burg Linn.

Cellist Ramen Jaffé und Pianist Andreas Frölich begeistern die Zuschauer beim Konzert auf Burg Linn.
Ramon Jaffé (Violoncello) und Andreas Frölich (Klavier) sind ein eingespieltes Team.

Ramon Jaffé (Violoncello) und Andreas Frölich (Klavier) sind ein eingespieltes Team.

Mark Mocnik

Ramon Jaffé (Violoncello) und Andreas Frölich (Klavier) sind ein eingespieltes Team.

Der Cellist Ramon Jaffé und der Pianist Andreas Frölich haben ein Gastspiel auf Burg Linn gegeben. Als Appetithäppchen wie ein Gruß aus der Küche bieten die beiden Musiker zu Beginn ein kleines Adagio von Johann Sebastian Bach. Dass dieses Stückchen sich musikalisch bestens mit dem ersten Hauptgang verträgt, erfährt das Publikum im nahezu ausverkauften Rittersaal vom Cellisten Ramon Jaffé. Wie das erste Werk aus dem Programm wurde es in a-Moll geschrieben. Das Serenadenkonzert gestalteten mit Jaffé (* 1962) und dem Pianisten Andreas Frölich (* 1963) zwei „alte Hasen“ im Unterschied zu den zahlreichen Musikern der jüngeren Generation, die in der Regel im Rittersaal zu erleben sind.

Beide Musiker wirken neben ihrer internationalen Konzertkarriere auch als Dozenten an deutschen Musikhochschulen, sind künstlerische Leiter mehrerer internationaler Musikfestivals und als musikalisches Duo seit Jahrzehnten aktiv. Seit den 1990er Jahren spielen sie gemeinsam Musikkonserven ein. Ihr Programm auf Burg Linn ist ein frisches, in der Art wie man es von einem bestens eingespielten Team auch erwarten darf.

Im gleitenden Übergang zum ersten Gang des Abends, der Sonate in a-Moll für Violoncello (Viola) und Klavier (D 821) von Franz Schubert, kann das Publikum tief in die romantische Musikwelt eintauchen. So voller Hochgenuss im Adagio, wo die beiden die liedhaften Themen in aller Einfachheit und Klarheit präsentieren und die schnörkellose Schönheit der schlichten Melodien wunderbar herausstellen.

Beeindruckender Reichtum an Klangfarben

Die Wechsel von virtuos heiterem Spiel und kraftvollen Temperamentsausbrüchen im Allegretto bedeuten in ihrer perfekten Abstimmung einen Ohrenschmaus, steuern auf ein großes Finale hin, das dann doch mit gehauchten Klängen endet. Schwerere Kost für Interpreten und Zuhörer stellt dagegen die Sonate für Viola (Violoncello) und Klavier (op. 147) von Dimitri Schostakowitsch dar.

Das umfangreiche Werk schrieb der Komponist in den letzten Wochen seines Lebens. In der Sonate spiegeln sich viele mögliche Stimmungen aus dieser Lebenssituation wider: Klagen, Jammern, stille Traurigkeit oder aber Versuche, sich gegen das Schicksal aufzulehnen. Es ist beeindruckend, welchen Reichtum an Klangfarben der Cellist hierbei seinem Instrument zu entlocken versteht, wie er die Gefühlsschwankungen anschaulich macht. Ein langer Applaus für die nuancenreiche Schilderung eines Seelenlebens durch das Duo folgt.

Als dritter Gang des musikalischen Menüs steht die Cellosonate a-Moll (op. 36) von Edvard Grieg (1843 - 1907) auf der Karte. „Jetzt wird es gemütlicher“, verspricht der Cellist. Das Stück bewegt sich nicht in den Abgründen und Tiefen des Lebens, aber kontrastreich bleibt es trotzdem.

Für den langen, begeisterten Applaus bedanken sich Jaffé und Frölich mit zwei Zugaben – zuerst einem Tango, von dem man sich gerne einen Nachschlag gewünscht hätte und schließlich noch einem instrumentalen Lied von Brahms.

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