Mit Amadeus widmet sich das Theater Krefeld den Kontrahenten Mozart und Salieri.

Salieri (Adrian Linke, M., mit Christopher Wintgens, l., und Frederik Leberle) fühlt sich vor Mozart ganz klein.
Salieri (Adrian Linke, M., mit Christopher Wintgens, l., und Frederik Leberle) fühlt sich vor Mozart ganz klein.

Salieri (Adrian Linke, M., mit Christopher Wintgens, l., und Frederik Leberle) fühlt sich vor Mozart ganz klein.

M. Stutte

Salieri (Adrian Linke, M., mit Christopher Wintgens, l., und Frederik Leberle) fühlt sich vor Mozart ganz klein.

Krefeld. Er war der Rockstar der Wiener Klassik, ein strahlender Stern am Firmament der Musik: Wolfgang Amadeus Mozart. Schon bald nach dem Tod des zu Lebzeiten verkannten Genies ging das Gerücht, Mozart sei vergiftet worden. Sein größter Widersacher war Antonio Salieri, einer der bedeutendsten Opernkomponisten des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Zu seinen Schülern zählten Beethoven, Schubert und der junge Liszt, dennoch konnten weder seine Werke noch sein Schaffen ihn vor dem Vergessen bewahren.

Sein Name wird heute meist nur in einem Zusammenhang erwähnt: Hat Salieri Mozart umgebracht? Diese Frage klärt das Stück "Amadeus" von Peter Shaffer. Es ist die 83. Inszenierung von Regisseur Reinhardt Friese, der sich unter anderem mit "Jesus Christ Superstar", "Swinging St.Pauli" und "Shockheaded Peter" einen Namen gemacht hat. "Das Stück wurde Ende der 70er Jahre geschrieben mit dem Anspruch des Doku-Theaters", erklärt der Regisseur die Kombination aus Dokumentation und Rückblenden.

Der Autor, den Queen Elizabeth II. im Jahr 2001 zu Sir Peter Shaffer adelte, lieferte mit seinem Theaterkrimi auch die Vorlage für den gleichnamigen Film, der 1985 mit acht Oscars ausgezeichnet wurde. Aus der Sicht seines Kontrahenten ist Mozart ein kicherndes Wunderkind, ein unverschämt exaltiertes Genie. Das Vergleichen, die Erkenntnis der eigenen Mittelmäßigkeit, das Streben nach Erhabenem bereiten Salieri große Qualen. Warum hat Gott Amadeus mit dem übermenschlichen Talent ausgestattet und ihn nicht?

"Die Frage nach dem Selbstverständnis, das Messen an den eigenen Maßstäben, bewegt jeden Künstler", so die Dramaturgin Vera Ring. Den Zeitpunkt für die Aufführung hält sie für optimal: "In unserer letzten Spielzeit unter dieser Intendanz ist ,Amadeus’ ein sehr schönes Stück für den Abschluss". Und Reinhardt Friese verspricht: "Amadeus ist spannend, sinnlich, aufregend und unterhaltsam. Ein Picknick fürs Hirn, mit Tiefsinn."

Neben Mozart und Salieri gibt es laut Regisseur eine dritte Hauptrolle: die Musik.

Adrian Linke (Salieri), Ronny Tomiska (Mozart), Floriane Kleinpaß (Constanze), Joachim Henschke (Joseph II.), Ralf Beckord, Sven Seeburg und Matthias Oelrich (Adlige), Frederik Leberle und Christopher Wintgens (Venticelli), Monika Stahler (Katharina).

30. Januar (Premiere), 13., 27. Februar, 5.,12.,16.,18.,21. März, danach Mai, Juni und Juli. Karten unter Ruf 805 125.

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