Der Verein Kunst und Krefeld zeigt ab Sonntag Werke von August Pigulla. Die Deutung überlässt der 85-Jährige dem Betrachter.

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Auch im hohen Alter entwickelt August Pigulla seine Kunst weiter. Der 85-Jährige arbeitet vor allem mit Glas, Stein und Metall.

Auch im hohen Alter entwickelt August Pigulla seine Kunst weiter. Der 85-Jährige arbeitet vor allem mit Glas, Stein und Metall.

Andreas Bischof

Auch im hohen Alter entwickelt August Pigulla seine Kunst weiter. Der 85-Jährige arbeitet vor allem mit Glas, Stein und Metall.

Krefeld. Die Einladungskarte gibt einen ersten Eindruck von der schöpferischen Arbeit August Pigullas. Sie zeigt eine Mosaikwand aus Stein und Glas, geschaffen 1965. Diese Wand ist immer noch in Krefeld zu sehen, am Hauptzollamt an der Jungfernstraße.

Heute sitzt der 85-jährige August Pigulla zurückhaltend und aufmerksam in den Räumen des Vereins Kunst und Krefeld an der Girmesgath. Die Ausstellung seiner Arbeiten, die am Sonntag beginnt, erzählt ein weiteres Mal von den teils verborgenen künstlerischen Talenten dieser Stadt.

August Pigulla, geboren 1923 in Schlesien, kam 1945 nach Krefeld. Eigentlich wollte er Musiker werden. Doch dann studierte er an der Werkkunstschule Glasmalerei und Mosaikgestaltung. Doch auch Glasobjekte und Metallplastiken gehören zu seinen Werken. "Was wir hier zeigen, ist ein Konzentrat, gebunden an die räumlichen Möglichkeiten", sagt Prof.Hans-Joachim Albrecht, der die Schau eröffnen wird.

Der eine sieht tanzende Feen, ein anderer Damen auf einer Brücke

In Krefeld kann man ohnehin einige Werke Pigullas sehen: eine Arbeit aus chinesischem Schiefer mit Edelstahl in der Sparkasse Oppum, ein weiteres Werk in der Sparkasse Rheinstraße. An der Girmesgath sind seine Skulpturen nur auf Fotos zu sehen, ebenso die Kirchenfenster. Eindrucksvoll ist eine Reihung: der Originalkarton für ein Glasfenster neben den Entwürfen und den Fotos der fertigen Arbeit.

Auch im hohen Alter entwickelt Pigulla seine Kunst weiter: Jetzt arbeitet er mit Kunstglas, in das er mit einem Lötkolben hineingraviert. Diese hellen Arbeiten vor schwarzem Hintergrund tragen keinen Titel: "Das überlasse ich dem Betrachter", sagt Pigulla. Was dem einen wie tanzende Feen vorkommt, sieht der andere als Damen auf einer Brücke.

In der Ausstellung wird klar, dass Pigulla die ganz unterschiedlichen Stücke häufig zur selben Zeit erarbeitet. Die Wiederkehr von Formen und Farben, von Vorlagen und Abstraktionen sieht man auch in zahlreichen Tableaus. Auf ihnen hat Pigulla Entwürfe, Skizzen, Ideen zu fein abgestimmten Blättern zusammengefügt, die von seinem ganzen künstlerischen Kosmos künden.

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