Zum Theater-Geburtstag traf die WZ Peter Lüthke, Werner Rubarth und Antje Fricke.

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Der Buffo, die Sekretärin und der Trompeter erinnern sich: Peter Lüthke, Antje Fricke und Werner Rubarth (v.l.) an ihrem langjährigen Arbeitsplatz.

Der Buffo, die Sekretärin und der Trompeter erinnern sich: Peter Lüthke, Antje Fricke und Werner Rubarth (v.l.) an ihrem langjährigen Arbeitsplatz.

DJ

Der Buffo, die Sekretärin und der Trompeter erinnern sich: Peter Lüthke, Antje Fricke und Werner Rubarth (v.l.) an ihrem langjährigen Arbeitsplatz.

Krefeld/Mönchengladbach. "Ich habe vier Intendanten und sieben Generalmusikdirektoren überlebt", sagt Peter Lüthke (72). "Da kann ich mithalten", erklärt Werner Rubarth (61) schnell. "Und ich hatte es mit 54 Dramaturgen zu tun", trumpft Antje Fricke (66) auf. Zum 60. Geburtstag der Theater-Ehe der Städte Krefeld und Mönchengladbach plaudert die WZ mit drei "Veteranen" des Hauses über die Besonderheiten der Fusion.

Peter Lüthke war von 1971 an fest am Haus - 30 Jahre lang. "Als Tenor?", fragt man und erhält blitzschnell die Antwort: "Ich war immer nur Buffo, nie Künstler, immer nur Darsteller." Der "komische Tenor" ist eine aussterbende Rolle im modernen Musiktheaterbetrieb. Zurzeit kann man Lüthke noch als Gast in der Operette "Der Graf von Luxemburg" erleben.

Ein Einschnitt war der Umzug des Musiktheaters nach Rheydt

Als der Trompeter Werner Rubarth 1970 zu den Niederrheinischen Sinfonikern kam, war er jüngstes Orchestermitglied. Nun ist er Betriebsratsvorsitzender des Theaters und seit zwei Jahren dafür freigestellt. Antje Fricke war von 1984 bis 2008 Sekretärin der Dramaturgie, derzeit ist die Pensionärin aushilfsweise wieder beim Theater. Sie bringt das Archiv auf Vordermann.

Alle drei leben in Krefeld. Entsprechend empfanden sie es in ihrer Zeit am Theater als besonderen Einschnitt, dass Mitte der 80er-Jahre der Sitz des Musiktheaters ans damals frisch sanierte Opernhaus Rheydt verlegt wurde. Die Folge: Auch die Mitglieder des Opernensembles zogen nach Mönchengladbach. "Dadurch wurde das Leben außerhalb des Theaters hier weniger bunt", sagt Rubarth. Lüthke bedauert, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Passanten ihm auf dem Ostwall Melodien seiner Rollen hinterher pfiffen. "Das Wir-Gefühl ist damals etwas verloren gegangen", findet Rubarth. Dem Theater sei trotzdem immer der Spagat gelungen, sich über die Stadtgrenzen hinweg Akzeptanz bei den Bürgern zu verschaffen.

Wirkliche Spannungen resultierten eher daher, dass die Politik in Mönchengladbach und Krefeld "anders empfinden" würde, erläutert Rubarth.

Das Ensemble wird zwischen den Standorten hin- und herkutschiert

Eine Besonderheit des Fusionstheaters ging Lüthke am Anfang doch gegen den Strich. "In anderen Städten konnte ich in fünf Minuten am Theater sein", erklärt der Buffo. Hier muss das Ensemble zwischen den beiden Städten mit Bussen und Taxis hin- und herkutschiert werden.

Rubarth erinnert sich, dass er einmal zu einer Spielzeiteröffnung in Mönchengladbach zu spät von Krefeld aus aufbrach. "Man hat auf Sie gewartet", sei er von einem Kollegen begrüßt worden. "Da bin ich doch bleich geworden." Andere Vorstellungen sind gar ganz ausgefallen, berichtet Antje Fricke, zum Beispiel weil die Disponenten Gäste falsch über die Anfangszeiten unterrichtet hätten.

Die eigentliche Herausforderung des Fusionstheaters für die Mitglieder aller Ensembles sei jedoch die hohe Zahl der Aufführungen, da man für zwei Häuser spiele, so Rubarth. "Das ist schon eine große Belastung." Positiv formuliert es Antje Fricke: "Wer hier erfolgreich gearbeitet hat, der ist für jedes Theater geeignet."

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