In der Friedenskirche präsentierten sich am Sonntagabend gleich fünf Orchester auf der Bühne.

Für das Neujahrskonzert „Frisch gestrichen“ der Musikschule Krefeld in der Friedenskirche gab es viel Applaus.
Für das Neujahrskonzert „Frisch gestrichen“ der Musikschule Krefeld in der Friedenskirche gab es viel Applaus.

Für das Neujahrskonzert „Frisch gestrichen“ der Musikschule Krefeld in der Friedenskirche gab es viel Applaus.

Andreas Bischof

Für das Neujahrskonzert „Frisch gestrichen“ der Musikschule Krefeld in der Friedenskirche gab es viel Applaus.

Krefeld. Die Friedenskirche am Sonntagabend ist voll. Das Publikum schaut auf einen Chorraum voller Stühle. Dort nehmen junge Musiker von fünf Orchestern Platz und präsentieren das Neujahrskonzert der Musikschule. Unter dem Motto „Frisch gestrichen“ hat die Streicherabteilung ein Programm zusammengestellt. Da kann Ralph Schürmanns, der Leiter der Musikschule, auch nur mit einem Lob beginnen: „Seit fast 30 Jahren gibt es unser Neujahrskonzert, und auf die Kinder und Jugendlichen konnten wir uns immer verlassen.“ So gibt es gleich den ersten Applaus für die Nachwuchsmusiker. „Ich freue mich, dass die Hütte voll ist“, schiebt er gleich noch nach.

Das Kinderorchester unter der Leitung von Theresa Ondruj beginnt mit einer kleinen musikalischen Weltreise. Schürmanns hatte dem Publikum bereits versprochen: „Sie gehen mit jeder Menge Bonusmeilen nach Hause.“

Unverkennbar beginnt die Tour des Orchesters mit den jüngsten Streichern in China. Dann geht es weiter nach Mexiko, Texas, Großbritannien und mit Beethovens Ode an die Freude zurück in heimische Gefilde. Langsam, aber sicher bewegen sich die Kinder durch ihr Programm.

Schließlich ist noch eine Zugabe fällig, bei der sie einen Ausschnitt des Beethoven-Stücks – wohl vom Applaus beflügelt – noch besser spielen als beim ersten Mal.

Das Junge Orchester unter der Leitung von Philip Krull hat sich zur Verstärkung Schlagzeug und Klavier geholt. Mit „Firework“ und „Road Trip to Rio“ geht es schwungvoll los. Kreativ hat der Dirigent das Stück „Gabriel’s Oboe“ von Ennio Morricone bearbeitet und daraus „Philip’s Saxophon“ gemacht. Mit diesem Solo beweist der Musiklehrer auch, wie gut sein Orchester vorbereitet ist: Es spielt makellos ohne sein Dirigat, denn er wendet sich bei seinem Spiel dem Publikum zu.

„Ich freue mich, dass die Hütte voll ist.“

Ralph Schürmanns, Leiter der Musikschule

Krank im Bett liegt die Leiterin des Cello-Orchesters Cellissimo Julia Polziehn, erklärt Schürmanns. „Ich weiß, dass das Orchester so gut vorbereitet ist, dass es auch mal ohne die Leiterin klappt.“ Und er kennt seine Leute. Mit einem Schwerpunkt Bach – „Am Anfang war Johann Sebastian“ und „Play Bach funky“ – und einer überzeugend dahin strömenden Moldau bestätigen sie die Erwartung des Musikschulchefs.

Bei dem Streicherensemble Sinfonietta steht Schürmanns dann selber am Dirigentenpult. Bei den „Rumänischen Volkstänzen“ von Bela Bartok gelingt es den jungen Leuten, jedem der Tänze deutlich einen anderen Charakter zu geben – von ruhig melancholisch bis temperamentvoll werden viele Facetten herausgearbeitet. Als Letztes übernimmt das Sinfonieorchester, ebenfalls von Schürmanns dirigiert, das Programm.

In seiner Anmoderation muss der Leiter der Musikschule noch ein weiteres dickes Lob über die Schüler loswerden. Er erklärt, dass 96 Schüler der Musikschule beim bald stattfindenden Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilnehmen werden. Da mussten sich die Schüler zum einen schon für das Weihnachtskonzert, jetzt für das Neujahrskonzert vorbereiten, dann gibt es Vorbereitungen und den Unterricht für den Wettbewerb.

Mit dem Sinfonieorchester kommt, nun auch von Bläsern unterstützt, richtiger klassischer Sinfonieorchester-Klang in die Friedenskirche. Man spielt das Allegro aus dem 1. Satz der Sinfonie Nr. 1 von Jan V. Vorisek. Ein festlicher Barockklang mit Pauken und Trompeten folgt mit einem Arrangement von Georg Friedrich Händels Zadok the Priest. Schürmanns hatte davor angekündigt: „Sie werden hören, die Musikschule der Stadt Krefeld spielt in der Champions League.“ Schwungvoll lassen die Mitglieder des Orchesters mit dem Stück Donauwellen den Fluss strömen. Natürlich darf auch als Abschluss dieses Neujahrskonzerts der Radetzky-Marsch nicht fehlen. Dabei gelingt es einem alten Hasen am Dirigentenpult selbstverständlich auch, ein klatschfreudiges Publikum im Zaum zu halten und zu leiten.

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