Das Gemälde von Lorenz Clasen wurde 1860 für das Rathaus angefertigt. Für eine Rhein-Ausstellung wurde es jetzt ausgeliehen.

Das Gemälde „Germania als Wacht am Rhein“ (1860) von Lorenz Clasen.
Das Gemälde „Germania als Wacht am Rhein“ (1860) von Lorenz Clasen.

Das Gemälde „Germania als Wacht am Rhein“ (1860) von Lorenz Clasen.

Kunstmuseen Krefeld

Das Gemälde „Germania als Wacht am Rhein“ (1860) von Lorenz Clasen.

Krefeld. Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt noch bis zum 22. Januar die Ausstellung „Der Rhein. Eine europäische Flussbiografie“. Die Kunstmuseen Krefeld haben dafür das Gemälde „Germania als Wacht am Rhein“ (1860) von Lorenz Clasen ausgeliehen. Der Historienmaler und Publizist wurde am 14. Dezember 1812 in Düsseldorf geboren, er starb am 31. Mai 1899 in Leipzig. Sein Studium der Malerei nahm er 1829 an der Düsseldorfer Kunstakademie auf. Aus seinem Atelier stammen unter anderem die historischen Bilder „Luther verbrennt die Bannbulle“ und „Der Sängerkrieg auf der Wartburg“.

Das Werk gilt als das bekannteste des Künstlers

Als sein bekanntestes Werk gilt die „Germania auf der Wacht am Rhein“ (220 mal 159 Zentimeter), die er 1860 für das neue Rathaus im Von-der-Leyen-Schloss in Krefeld malte: Über dem Rheintal wacht Germania im Brustpanzer mit dem Doppeladler gegen Frankreich im Westen. Die zahlreichen Kopien des Bildes in den 1870er-Jahren trugen zu dessen Popularität bei.

In 13 Sektionen thematisiert die Ausstellung den Rhein unter anderem als Strom der Römer. Diese nutzten den Fluss in seinem Lauf auch als Staatsgrenze: Der Niedergermanische Limes erstreckte sich von Vinxtbach in Rheinland-Pfalz bis zur Rheinmündung bei Katwijk an Zee in den Niederlanden und soll 2020 als Welterbe eingetragen werden. Dazu gehört unter anderem das römische Kastell Gelduba, das als Ort neben Uerdingen, Linn und Krefeld immer noch auf einer Rheinkarte aus dem Jahr 1560 genannt wird. Das Kartenwerk stammt von Caspar Vopelius (1511 bis 1561) und wird ebenfalls in der Ausstellung gezeigt. Vopelius‘ Karten und Globen zählen zu den bedeutendsten Werken des 16. Jahrhunderts. Für den Kölner Kurfürsten fertigte er 1558 diese Karte mit dem Rheinverlauf an, die so erfolgreich wurde, dass Nachdrucke entstanden.

Die Bonner Ausstellung begleitet den Rhein von seinen Quellen bis zum Rhein-Maas-Schelde-Delta und schildert am Beispiel einzelner Orte und Regionen von folgenreichen und teils dramatischen Ereignissen aus über 2000 Jahren Kulturgeschichte. Unter anderem anhand der Römer, der Rheinromantik, der deutsch-französischen Auseinandersetzung, der Bonner Republik bis zur Europäischen Union präsentiert die Ausstellung mit mehr als 300 Exponaten die Rheingeschichte von der Prähistorie bis zur Gegenwart. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Museums. Red

bundeskunsthalle.de

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