Krefeld. Es fängt damit an, dass einer auf die Welt kommt und hört damit auf, dass zwei in die Ewigkeit verschwinden. Auf der Bühne der Fabrik Heeder erzählen zwei Puppenspieler auf ihre Art eine Geschichte des Lebens. "Life Stories", das ist Puppentheater für Erwachsene mit Tiefgang.

Dafür setzt die Kieler Truppe hinter einem mannshohen Vorgang eine Reihe von Szenen zusammen. Darin kamen eine verhuschte Pornodarstellerin mit fix geändertem Lebensplan, ein Penner mit dem Aussehen Jesu, ein ausgelaugter Sensenmann, ein katholischer Pfarrer mit sündigen Gedanken und ein philosophischer Taxifahrer vor.

Alle diese Figuren, nicht zu vergessen den Hund mit Schlappohren, haben die beiden Puppenspieler auf ihren Zeigefingern auftreten lassen. Zauberhafte kleine Gestalten, die durch die Hände ihrer Menschen auch eine ausdrucksstarke Körpersprache verliehen bekommen. Wie der Penner mit seinem Miniatur-Einkaufswagen an der Bühne entlang schlappt oder der Sensenmann seine Übermüdung allein durch die Körperhaltung vermittelt, das ist sehenswert.

Skurril sind die Gestalten dieses Spiels, und auch sehr liebenswert. Denn sie versammeln auf sich Eigenschaften, die ihre beiden Spieler der Wirklichkeit sehr genau und auch voller Verständnis und Sympathie abgeguckt haben. Die 30 einzelnen lustigen oder traurigen, boshaften oder abgedrehten Szenen stehen in einem inneren Zusammenhang, den jeder Zuschauer nach eigenem Blick auf das Leben herstellen kann.

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