Fabrik Heeder: Am Donnerstag zeigt das Theater die Deutsche Erstaufführung von „The Homefront“.

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Der Vater (Sven Seeburg, r.) lässt die Söhne (v.l.: Frederik Leberle, Ronny Tomiska) in absurde Rollen schlüpfen.

Der Vater (Sven Seeburg, r.) lässt die Söhne (v.l.: Frederik Leberle, Ronny Tomiska) in absurde Rollen schlüpfen.

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Der Vater (Sven Seeburg, r.) lässt die Söhne (v.l.: Frederik Leberle, Ronny Tomiska) in absurde Rollen schlüpfen.

Krefeld. Eine beklemmende Situation: Der fünfzigjährige Ire Dinny lebt mit seinen Söhnen Blake und Sean in einer heruntergekommenen Wohnung und verbietet ihnen jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Stattdessen zwingt er sie, jeden Tag ein Theaterstück mit ihm zu spielen.

Sean muss die dafür benötigten Requisiten täglich im Supermarkt besorgen, sein einziger Kontakt nach draußen. Als er mit der Kassiererin ins Gespräch kommt und dadurch die falschen Dinge mitbringt, wird die Routine gefährlich gestört.

An diesem Punkt setzt das Stück "The Homefront" des irischen Erfolgsautors Enda Walsh ein, das als Deutsche Erstaufführung am Donnerstag in der Fabrik Heeder zu sehen ist.

Regisseur Dominik Günther hat einen Sinn für ungewöhnliche Stücke. In der vergangenen Spielzeit hat er hier "Versuchung" von Carles Batlle inszeniert. Günther, kürzlich mit dem Jugendtheaterpreis "Stella" ausgezeichnet, ist von dem ambivalenten Charakter des Stücks fasziniert.

Hinter der erschreckenden Grundidee der Abhängigkeiten in einer Familie, die oft mit Zwang und Gewalt einhergehen, gibt es auch absurd-komische Situationen.

Das im Stück aufgeführte Theaterstück hat deutliche Züge einer Farce. Der Vater möchte damit Ereignisse der Vergangenheit, die zu seiner Flucht nach London geführt haben, anders in den Köpfen der Söhne verankern, als sie in Wahrheit abgelaufen sind. Dazu müssen die Brüder in atemberaubendem Tempo in neue Rollen schlüpfen, die Schauspieler erbringen körperliche und psychische Höchstleistungen.

Es spielen Sven Seeburg (Dinny), Ronny Tomiska (Blake), Frederik Leberle (Sean) und Floriane Kleinpaß (Haley).

Für die Premiere am Donnerstag um 20 Uhr gibt es noch Restkarten in der Mediothek oder unter Ruf 805 125.

Weitere Vorstellungen am 2., 13., 18., 20. und 26. Juni.

Eine besondere Herausforderung stellt auch das Bühnenbild von Heike Volmer dar. Auf drei Ebenen treppenförmig angeordnet sind die spärlich möblierten Zimmer der Wohnung. Eine Klappe führt nach draußen, in eine Welt, die den Söhnen als gefährlich suggeriert wird. So thematisiert das Stück auch den Mut, der erforderlich ist, um in Freiheit zu leben.

Ob und wie diese Konflikte gelöst werden, wird vorab nicht verraten. Es verspricht, ein spannender Abend zu werden.

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