Das Theater war mit „Marlene, Judy und Marilyn – Endstation Hollywood“ zu Gast im Jazzkeller.

Das Theater war mit „Marlene, Judy und Marilyn – Endstation Hollywood“ zu Gast im Jazzkeller.
Susanne Seefing als Marlene Dietrich, Gabriela Kuhn als Judy Garland und Debra Hays als Marilyn Monroe bei ihrem Auftritt im Jazzkeller.

Susanne Seefing als Marlene Dietrich, Gabriela Kuhn als Judy Garland und Debra Hays als Marilyn Monroe bei ihrem Auftritt im Jazzkeller.

Mocnik

Susanne Seefing als Marlene Dietrich, Gabriela Kuhn als Judy Garland und Debra Hays als Marilyn Monroe bei ihrem Auftritt im Jazzkeller.

Krefeld. Wenn es auf der Rechnung der Theaterleute stand, mit ihrem Ausflug in den Jazzkeller auch einmal ein anderes Publikum zu erreichen, kann man feststellen, das hat schon einmal geklappt. Unter dem Motto „Hollywood goes Jazzkeller“ wagten sich die drei Sängerinnen der Produktion „Marlene, Judy und Marilyn – Endstation Hollywood“ die Stufen in Krefelds älteste Musikkneipe hinab und trafen auf ein ausverkauftes Etablissement, in dem sich Theaterfreunde und Kellergänger gut durchmischt hatten.

Opernsängerinnen hätten im Keller tatsächlich noch gefehlt, meinte Martina Heffels, Vorsitzende des mitveranstaltenden Jazzklubs Krefeld, aber da muss man ihr Unrecht geben. Susanne Seefing alias Marlene Dietrich, Gabriela Kuhn alias Judy Garland und Debra Hays alias Marilyn Monroe „können zwar alle Oper“, taten aber gut daran, ihre stimmlichen Qualitäten für ihr Stück sowieso und für die kleine Kellerbühne erst recht im positiven Sinne einzuschränken.

Das war ein gelungener Ausflug des Theaters

Belcanto-Schmelz und die große Atemstütze, Koloraturen oder den reinen Klang – das alles braucht man nicht für die Songs der New Yorker Schlagermeile Tin-Pan-Alley und aus dem großen amerikanischen Liederbuch, aus Musicals und Hollywood-Schmachtfetzen. Was man braucht, ist ein direkter Ton, der auch ein wenig persönlich gefärbt sein sollte, und natürlich eine Phrasierung, die zum musikalischen Umfeld passt: Die Melodien müssen swingen.

Heinz Hox, musikalischer Leiter der Produktion, hat dem Swing und dem modernen Mainstream verpflichtete Arrangements geschrieben, die er als Pianist mit kongenialen Kollegen sehr gut umsetzt. Schlagzeuger Andy Pilger und Kontrabassist Nico Brandenburg, beide wie Hox keine Unbekannten im Jazzkeller, bilden eine sehr lebendig swingende Rhythmusgruppe, die mit viel Drive zur Sache geht. Der Saxofonist Marcus Bartelt setzt den Arrangements mit seinen Soli sehr jazzige Glanzlichter auf.

In den arrangierten Teilen klangen die vier Mann manchmal fast wie eine Big Band, da Hox’ Akkorde oft an Big-Band-Bläsersätze erinnerten, zu denen Bartelt dann gewissermaßen die Führungsstimme spielte. Die drei Damen sangen teils als Trio dann wieder solo. Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe könnten sich im Leben begegnet sein, zusammen aufgetreten sind sie höchstwahrscheinlich nicht, aber egal.

Weitere Vorstellung des Stücks „Marlene, Judy, Marilyn – Endstation Hollywood“ werden im Theater Krefeld unter anderem am 6. Februar, 6. und 30. März jeweils um 19.30 Uhr gezeigt.

Inszenierung Roland Hüve

Musikalische Leitung Heinz Hox Choreografie Victoria Bröcke

Bühne und Kostüme Victoria Bröcker und Siegfried E. Mayer

Tickets und weitere Informationen unter Telefon 80 51 25 oder unter:

theater-kr-mg.de

Mit dem frechen „Makin’ Whoopee“ oder auch dem flotten „Get Happy“ überzeugten Hays, Kuhn und Seefing als Trio, aber jede sang auch für ihre Figur typische Songs. Das war zum Beispiel bei Hays-Monroe „I Wanna Be Loved By You“, bei Kuhn-Garland „Somewhere Over The Rainbow“ und bei Seefing-Dietrich „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Debra Hays teils auch auf angenehme Weise kokette Interpretationen konnten am besten gefallen, weil sie die Opernsängerin in sich am weitesten zurückdrängte, bei Gabriela Kuhn störte manchmal ein wenig das Tremolo.

Susanne Seefing hatte mit der herben Marlene Dietrich vielleicht nicht nur das am schwierigsten zu erreichende Rollenvorbild. Die so gar nicht schulmäßige Sängerin Dietrich war für die Opernsängerin Seefing dann doch manchmal nicht erreichbar.

Insgesamt aber war das ein gelungener Theaterausflug in den Jazzkeller, der sich viel herzlichen Applaus verdiente.

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