Schon 1911 war die Oper in Krefeld zu sehen. Eine Neuinszenierung feiert nun Premiere.

Baron Ochs auf Lerchenau (Matthias Wippich) bewegt sich wenig behutsam durch die Damenwelt.
Baron Ochs auf Lerchenau (Matthias Wippich) bewegt sich wenig behutsam durch die Damenwelt.

Baron Ochs auf Lerchenau (Matthias Wippich) bewegt sich wenig behutsam durch die Damenwelt.

M. Stutte

Baron Ochs auf Lerchenau (Matthias Wippich) bewegt sich wenig behutsam durch die Damenwelt.

Krefeld. Nach 15 Jahren steht eine Lieblingsoper des Krefelder Publikums wieder auf dem Spielplan des Theaters. Wie populär „Der Rosenkavalier“ ist, lässt sich an der großen Kartennachfrage ablesen. Die Premiere am Sonntag ist fast ausverkauft.

Komödie und Posse verbinden sich mit poetischen Elementen

Wie Dramaturgin Ulrike Aistleitner recherchiert hat, wurde die Oper bereits 1911, im Jahr ihrer Uraufführung, in Krefeld gezeigt. Eine „Komödie für Musik“ haben Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ihr Werk genannt, von dem sich Regisseurin Mascha Pörzgen begeistert zeigt. In Krefeld hat sie bereits „Eugen Onegin“ (2001) und „Die Zauberflöte“ (2005) inszeniert.

Mit dem „Rosenkavalier“ setzt sie sich erstmals auseinander: „Hier verbindet sich die Oper mit dem Schauspiel, es gibt Elemente der Komödie und sogar der Posse, aber auch sehr poetische, träumerische Momente“, schwärmt sie. Ein weiteres Merkmal ist das Spiel mit zeitlichen Ebenen, das auch in der Musik deutlich wird. Neben den immer wieder auftauchenden Walzermelodien gibt es auch Wagner-Zitate. „Wenn Ochs polternd auftritt, erklingt das Wotan-Motiv“, erläutert Pörzgen.

Für Ulrike Aistleitner ist der Text von Hugo von Hofmannsthal eines der besten Opernlibretti überhaupt. Mit ihrer kunstvollen Mischung verschiedener Ebenen sei diese Sprache kaum steigerungsfähig. „Strauss und Hofmannsthal waren meisterlich darin, mit Gefühlen zu spielen“, ergänzt die Regisseurin.

Sie möchte einerseits die Handlung in all ihren Facetten schlüssig machen, andererseits der Individualität der Darsteller genug Raum geben. Der Probenprozess sei für sie sehr spannend gewesen: „Ich entdecke selbst immer wieder Neues.“

Das Spiel mit den Zeitebenen wird in der Inszenierung optisch sichtbar werden. „Ein realer Rahmen ist notwendig, aber er wird immer wieder durchbrochen“, sagt Bühnenbildner Frank Fellmann. Seine Räume spannen einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Entstehungszeit der Oper um 1910. „An bestimmten Stellen muss man auch Raum für die Musik schaffen“, sagt Pörzgen und ergänzt lächelnd: „Es ist das größte Bühnenbild, mit dem ich je gearbeitet habe.“

Premiere am Sonntag, 18 Uhr. Restkarten unter Telefon 805 125.

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