Herbert Zangs hat Krefelds Namen in die Welt hinausgetragen. Eine Ausstellung in München zollt dem Künstler Tribut.

Herbert Zangs wurde im Jahr 1924 in Krefeld geboren. Der Künstler starb 2003.
Herbert Zangs wurde im Jahr 1924 in Krefeld geboren. Der Künstler starb 2003.

Herbert Zangs wurde im Jahr 1924 in Krefeld geboren. Der Künstler starb 2003.

Stadt Krefeld

Herbert Zangs wurde im Jahr 1924 in Krefeld geboren. Der Künstler starb 2003.

Krefeld. Er war eine der schillerndsten Persönlichkeiten Krefelds und ein Vollblutkünstler. Schon zu seinen Lebzeiten faszinierte und polarisierte Herbert Zangs (1924-2003) die Menschen. Aktuell erlebt sein umfangreiches künstlerisches Werk eine besondere Aufmerksamkeit auch über seine Heimatstadt hinaus. Unter dem Titel „Vom Sinn des Chaos“ hat die Münchner Galerie Maulberger dem Künstler jetzt ein größeres Ausstellungsprojekt gewidmet.

Hintergrund ist, dass die Galerie von den Erben Zangs den Nachlass erhalten hat und diesen nun in zwei Ausstellungsteilen präsentiert. Eine erste Ausstellung hat bereits im Dezember stattgefunden, vom 10. bis 28. Januar folgt nun der zweite Teil.

Dazu ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der das künstlerische Werk und zugleich das Leben des eigenwilligen Künstlers dokumentiert. Eine weitere Intention des Buches ist es, aus heutiger Sicht einen frischen Blick auf die Kunst der 50er und 60er Jahre zu werfen und Zangs Kunst neu zu vermitteln.

Das dies keine leichte Aufgabe ist, klingt bereits im Vorwort an. „Zangs querte die Kunstgeschichte. Er hat sich nicht um seine eigene Positionierung bemüht.“, heißt es da von Seiten der Galerie.

Umso bemerkenswerter ist, wie der Katalog Zangs Werdegang und seine verschiedenen Werkphasen auf knappem Raum klar darstellt. Autorin Carolin Weber skizziert von den Anfängen des Künstlers nach dem Krieg bis in die 1980er hin seine Kunst. Dabei beruft sie sich auf eine umfangreiche Quellenlage, wie aus den zahlreichen Anmerkungen ersichtlich ist.

Breiten Raum nimmt die Phase der „Verweißungen“ ein, mit denen Zangs ab 1952 einen radikalen neuen Weg einschlug. Er selbst hatte sich damit nicht nur komplett von der Gegenständlichkeit verabschiedet, sondern sich zugleich von der damals aufkeimenden informellen Kunst abgegrenzt.

Die Bearbeitung der oft vorgefundenen, meist einfachen Materialien mit weißer Farbe machte für Zangs die Formen erst wirklich sichtbar und konkret. Als Schlüsselerlebnis für die Verweißungen bezeichnete der Künstler den Anblick der finnischen Schneelandschaften, die er als Soldat im Krieg gesehen hatte.

Der Vollblutkünstler spielte in seinen Werken mit Gegensätzen

Neben den verweißten Collagen entstanden auch Faltungen aus Papier und Karton, sowie Knüpfungen mit Stoffen. Reihungen und Rasterstrukturen lassen scheinbare Ordnungssysteme entstehen, die der Künstler immer wieder radikal durchbricht. Mit seinen sogenannten Guss-Reliefs überwindet er die Statik der Objekt-Verweißungen und bringt die weiße Farbe in Bewegung.

Nachdem er sich sechs Jahre intensiv mit dem Weiß beschäftigt hat, entdeckt er mit dem Schwarz das Gegenteil für sich. Mit Ruß beginnt er weiße Strukturen zu schwärzen. Schwarz wird zum „Minus“ in seiner Malerei, das Gegensätzliche ist insgesamt ein wesentlicher Motor seiner Arbeit.

Zu den weiteren Werkgruppen, die Carolin Weber vorstellt, zählen die „Pinselabwicklungen“ und die „Blasenbilder“ aus den siebziger und achtziger Jahren. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Künstler auch mit seinen Aktionen, die mit Bildern dokumentiert werden. Bei einer sogenannten „Sprengung und Befreiung“ wickelte er sich, ganz in Weiß gekleidet, selbst mit einer weißen Kordel ein.

Auf diese Weise in seiner Kunst gefangen, befreite er sich anschließend wieder von den Zwängen. Zahlreiche Abbildungen zeigen die Facetten von Zangs’ Arbeiten in all ihrer Widersprüchlichkeit aber auch faszinierenden Zeitlosigkeit.

Aussagen des Künstlers und Zitate von Kollegen wie Norbert Kricke und Joseph Beuys ergänzen den Katalog. Zu dem Nachlass gehören auch zahlreiche Dokumente von und über Zangs. Am Ende des Buches sind einige davon abgedruckt, darunter Zeitungsartikel. So berichtet die WZ 1968 über ein positives Echo einer Zangs-Ausstellung in Brüssel.

Dass der Künstler, der seiner Heimatstadt letztendlich bis zu seinem Tod treu blieb, schon zu Lebzeiten auch international viel Beachtung gefunden hat, kann man in diesem Katalog auch an anderen Stellen nachlesen. Wer sich aktuell mit Zangs beschäftigen möchte, wird jedenfalls an dieser gelungenen Publikation nicht vorbeikommen.

Der Katalog ist online einsehbar

www.maulberger.de

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