Nach dem Hit „Rocky Horror Show“ inszeniert Frank Matthus nun „Ewig jung“ – ein Songdrama im Seniorenheim.

bühne
Hätten Sie sie erkannt? Unter dieser Maske steckt Esther Keil.

Hätten Sie sie erkannt? Unter dieser Maske steckt Esther Keil.

M. Stutte

Hätten Sie sie erkannt? Unter dieser Maske steckt Esther Keil.

Krefeld. Das Theater im Jahr 2061: Kein Schauspieler ist unter 90, und der Vorhang ist seit Jahren geschlossen. Was wie ein Horrorszenario klingt, ist der Stoff für ein amüsantes Stück, das am Freitag Premiere feiert. „Ewig jung“ heißt das Songdrama von Erik Gedeon, das er unter anderem Titel am Thalia-Theater in Hamburg herausgebracht hat. Dort lief „Thalia Vista Social Club“ bereits über 200 Mal.

Auch in Mönchengladbach war das Stück ein Renner, wie der musikalische Leiter Jochen Kilian betont. Als greiser Pianist begleitet er die alten Mimen, die in dem zum Altenheim umfunktionierten Theater ab und an auftreten dürfen – als Therapie. Auf der Bühne kehren Lebensgeister wieder, werden Sehnsüchte formuliert und ausgelebt.

Dazu singen sie alte Hits von den 60er bis 90er Jahren und toben sich, so weit es ihr Zustand zulässt, noch einmal aus. „Sie versuchen aus dem Gefängnis der alten Knochen auszubrechen und sehnen sich nach Leidenschaft und Rausch“, sagt Regisseur Frank Matthus. „Das alles wirkt sehr berührend.“

In einem Spezialanzug lernen die Schauspieler, was Alter bedeutet

Für die Schauspieler, die alle viel jünger sind, bestand die Probenarbeit auch in der Auseinandersetzung mit dem Alter. Um das nachfühlen zu können, haben sie sogar einen Spezialanzug benutzt, der ein hohes Alter simuliert. „Jeder musste für sich eine Form finden“ so Matthus.

Trotz der unterhaltsamen Elemente ist es dem Regieteam wichtig, eine kammerspielartige, intime Atmosphäre zu schaffen. So wird tatsächlich auf der Vorbühne vor dem eisernen Vorhang gespielt, die Schauspieler singen ohne technische Verstärkung. Für die Ausstattung hat Johanna Maria Burkhart ein staubiges und muffiges Ambiente geschaffen. In besondere Weise sind die Maskenbildner gefordert: Was muss man einem Gesicht antun, damit es richtig alt aussieht, lautete die Aufgabe.

Premiere am Freitag, 20 Uhr, im Stadttheater. Karten unter Telefon 805 125.

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