Zu einer "Optimismus verbreitenden Trotzveranstaltung" begrüßte Generalintendant Jens Pesel die Ballgäste im festlich dekorierten Großen Saal des Seidenweberhauses.

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Was für ein schönes Ballmotto : "La dolce vita" - das süße Leben stand Pate beim Theaterball.

Was für ein schönes Ballmotto : "La dolce vita" - das süße Leben stand Pate beim Theaterball.

Andreas Bischof

Was für ein schönes Ballmotto : "La dolce vita" - das süße Leben stand Pate beim Theaterball.

Krefeld. Was für ein schönes Ballmotto : "La dolce vita" - mit diesem Inbegriff italienischer Lebensfreude hatte das Theater Krefeld-Mönchengladbach bereits vor einem Jahr den Theaterball 2009 angekündigt. Dass den Theaterleuten von Seiten der Politik in den letzten Wochen alles andere als ein süßes Leben beschert wurde, konnte da noch niemand ahnen.

Zu einer "Optimismus verbreitenden Trotzveranstaltung" begrüßte daher Generalintendant Jens Pesel die Ballgäste im festlich dekorierten Großen Saal des Seidenweberhauses. Fotos an den Wänden zeigten romantische Ansichten von Venedig und Anita Ekbergs legendäres Bad im Trevi-Brunnen aus Fellinis berühmtem "Dolce Vita" -Film.

Man wolle die Probleme heute einmal beiseite schieben und den blauen Himmel hinter den Wolken sehen, so der Generalintendant. Seinen besonderen Dank richtete er an die SWK Stadtwerke Krefeld, dem Hauptsponsor des Theaterballs und lobte die gute Zusammenarbeit: "Wir stecken beide voller Energie. Gemeinsam haben wir das TaZ (Theater auf Zeit) zu einem großen Erfolg gemacht!"

Launige Worte fand Pesel dann zum Thema Italien, dem "Sehnsuchtsland des ewigen Azorenhochs". Ganz darauf abgestimmt war das Programm der Balleröffnung, das traditionell vom Opernensemble gestaltet wurde. Nachdem die Niederrheinischen Sinfoniker mit Rossinis Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" einen spritzig musikalischen Auftakt machten, entführten die Sängerinnen und Sänger mit Ausschnitten aus der Strauß-Operette in eine romantische "Nacht in Venedig".

Das Ballettensemble setzte mit einem Tanz aus "Tschaikowskys Träume" einen temperamentvollen russischen Akzent, bevor es mit einem Wiener Walzer das Publikum charmant aufs Tanzparkett lockte. Nach den Sinfonikern sorgten wieder abwechselnd das Hartmann-Hilter-Swing Orchester und die Band "VoiSis" für lockere Tanzbegleitung. Mit Eis und Espresso konnte man sich in der im Kleinen Saal eingerichteten Gelateria erfrischen.

Auch musikalisch wurde hier jede Menge geboten. Erstmals gab es hier ein durchgehendes Programm, um dichtes Gedränge zu vermeiden, Das gelang im Großen und Ganzen auch. Adrian Linke, Esther Keil, Judith C. Jakob und Tobias Wessler entführten das Publikum in einer witzigen musikalischen Traumreise zu "Strand, Sommer, Sonnenschein".

Während im großen Saal die drei Sängerinnen Janet Bartolova, Kerstin Brix und Debra Hays mit großen Gesten und stimmgewaltig ihren männlichen Kollegen in nichts nachstanden, kam es nebenan zu einer unglaublichen Begegnung. Markus Heinrich und Luis Lay lieferten sich als Eros Ramazzotti und Tina Turner ein hinreißend schrilles Duett und lösten auch als schmalziges Duo Al Bano und Romina Power Beifallstürme aus.

Mal gefühlvoll, mal lässig charmant gaben auch Jeannette Wernecke und Matthias Wippich italienische Schlager zum besten. Fantastisch aufeinander eingespielt begleiteten Giuliano Betta und André Parfenov dazu am Klavier. Die Mitternachtsshow mit Kostproben aus dem deutsch-italienischen Liederabend "Avanti Dilettanti", der Ende des Monats uraufgeführt wird, konnte da qualitativ nicht ganz mithalten.

Die Stimmung war gut und es wurde fleißig getanzt. Wer jedoch aufmerksam auf die Tische geblickt hat, wird etwas vermisst haben. Einen Flyer mit der Ankündigung des nächsten Theaterballs gab es diesmal nicht. Es wäre schade, wenn auch diese niveauvolle Veranstaltung einem "gestrichen!" zum Opfer fallen würde.

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