Nach einer Woche Unterricht mit Akiko Ebi, zeigten die Schüler ihr Können beim Abschlusskonzert.

Meisterkurse
Aeisa Onoda eröffnete das Konzert der Klavier-Meisterkurse. Jeder Pianist durfte zehn Minuten spielen.

Aeisa Onoda eröffnete das Konzert der Klavier-Meisterkurse. Jeder Pianist durfte zehn Minuten spielen.

Dirk Jochmann

Aeisa Onoda eröffnete das Konzert der Klavier-Meisterkurse. Jeder Pianist durfte zehn Minuten spielen.

Krefeld. Da staunte Ralph Schürmanns nicht schlecht: „Ich muss zugeben, so voll habe ich den Helmut-Mönkemeyer-Saal noch nicht gesehen.“ Gemeinsam mit Philipp Potz von Kawai hatte er noch einige Stühle in Saal gestellt, obwohl man schon – wie beim Eingangskonzert der Dozentin Akiko Ebi – Stuhlreihen auf der Bühne platziert hatte.

Das hohe Niveau der zehn jungen Pianisten, die zu den Internationalen Krefelder Klavier Meisterkursen eingeladen worden waren, lobte Schürmanns in seiner Begrüßung. „Jeder ist technisch perfekt vorbereitet hierher gekommen, aber trotzdem hat Akiko Ebi noch Entwicklungspotenzial gefunden, den Klang reicher zu machen.“

Nach dem Schwerpunkt Chopin und Ravel in ihrem Eröffnungskonzert der Kurswoche, hatte sich auch die Hälfte ihrer Schüler ein Werk von Chopin für ihren Vortrag ausgesucht. Mit weiteren Kompositionen von Schubert, Liszt, Prokofjew und Scriabin blieb man musikalisch im 19. und frühen 20. Jahrhundert – und wagte damit auch keine klanglichen Experimente.

Einen Hauch Neues beziehungsweise selten Gehörtes sollte Andrei Shychko mit der orientalischen Fantasie „Islamey“ von Mili Alexejewitsch Balakirew (1837–1910) bieten. Virtuos und tänzerisch mit rasanten Akkord-Folgen tobte er über die Tasten und erntete nicht minder kräftige Bravorufe.

„Jeder ist technisch perfekt vorbereitet hierher gekommen, aber trotzdem hat Akiko Ebi noch Entwicklungspotenzial gefunden, den Klang reicher zu machen.“

Ralph Schürmanns, Leiter der Musikschule

Arisa Onoda leitete den Konzertabend mit Chopin ein; die ausgewählte Etüde präsentierte sie als einen freundlichen Wirbelwind und der Barkarole op. 60 gab die junge Japanerin einen zart-energischen Ausdruck. Bei Arseny Tarasevich-Nikolaev mag sich die Handschrift der Dozentin niedergeschlagen haben, denn sehr feinfühlig gibt er die Berceuse op. 57 von Chopin wider. Dessen Etüden bieten ihm dann Gelegenheit, auch seine kraftvolle Virtuosität zu zeigen.

Mark Taratushkin bringt Schuberts Sonate in D-Dur mit einer glasklaren Transparenz zu Gehör. Sehr anschauliche Bilder produziert Nail Mavliudov mit der romantischen Programmmusik „Der Müller und der Bach“ sowie „Der Erlkönig“ von Schubert und Liszt. Erfrischend, wie Andrzej Wiercinski, die Scherzo-Motive in Chopins Scherzo Nr. 2 herausstellt, das Publikum dankt es mit einigen Bravorufen.

Die sollten sich gleich nach der Pause noch wesentlich steigern, denn Timofey Dolyas Spiel des Precipitatos von Prokofjew, das seinem Namen alle Ehre macht, begeistert. Voller Gefühl, Melancholie und Sensibilität beruhigt Leonora Armellini mit der Ballade Nr. 4 von Chopin wieder das Publikum. Elegant feine Mazurkas präsentiert Chao Wang, bevor Alexei Melnikov mit einem sehr atmosphärischen Scriabin das Konzert beschließt. Ein wunderbar ausgewogenes Programm hatten die zehn Künstler zusammengestellt, bei dem jeder mehrere Facetten seines Könnens, seiner Interpretationen zeigen konnte.

Das Publikum dankte ihnen für das lange wie kurzweilige Konzert auch mit abschließenden Bravorufen und großem Applaus.

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