TaZ: Beim vierten Kinderkonzert simuliert das Orchester die kreuchende, fleuchende Tierwelt.

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Kobold Kiko (Paula Emmrich) zeigt sich von der ernsten Seite.

Kobold Kiko (Paula Emmrich) zeigt sich von der ernsten Seite.

M. Stutte

Kobold Kiko (Paula Emmrich) zeigt sich von der ernsten Seite.

Krefeld. Eine Schönheit ist er nicht, und doch haben ihm die Niederrheinischen Sinfoniker das 4. Kinderkonzert gewidmet: Der Mistkäfer war am Sonntagvormittag der Star im ausverkauften TaZ.

Andreas Tarkmanns Geschichte nach einem Märchen von Hans Christian Andersen (Textbearbeitung: Jörg Schade) fasziniert kleine wie große Zuhörer. Kiko (Paula Emmrich), der sonst so quirlige Musikkobold, zeigt sich als Erzähler von seiner ernsten Seite. Und Philip van Buren widmet dem Käfertreiben die gleiche Umsicht, mit der er am Vorabend noch Mozart und Schubert dirigiert hat.

Tarkmanns Musikmärchen ist ähnlich aufgebaut wie Prokofjews "Peter und der Wolf". Die Kinder erfahren, wie vielseitig ein Orchester klingen und wie man mit Tönen malen kann. Den kaiserlichen Mistkäfer gibt das Fagott. Wer sonst könnte derart griesgrämig brummeln und den schwerfälligen Käferflug illustrieren?

Die Prinzessin wird von lieblichen Geigenkantilenen dargestellt, der Kaiser vom majestätischen Cello. Sanfte Streicherweisen illustrieren die Raupe, quäkende Trompeten die Frösche, glitzernde Pizzicati die Regentropfen und ein Trommelwirbel das von eindrucksvollen Scheinwerferblitzen verstärkte Gewitter.

Mit viel Schwung musizieren die Sinfoniker den kraftvoll-dynamischen Marsch der Ameisen und den herrlichen Hochzeitswalzer - und viel zu schnell ist das Happy End erreicht.

Im zauberhaften Duett von Violine und Fagott (Chisato Yamamoto und Detlef Klestil) erkennt der Mistkäfer: "Die Welt ist doch nicht so übel, man muss sie nur zu nehmen wissen." Zum guten Schluss singt Kiko noch das kleine Lied vom Mistkäfer. Für das tierische Vergnügen gibt es tosenden Beifall.

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