Das Quartett „clair-obscur“ erfreut mit einer ungewöhnlichen Instrumentalisierung das Publikum.

Krefeld. Die Schlange vor dem Treppenturm zum Rittersaal zieht sich bereits eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn durch den ganzen unteren Saal im Palas der Burg Linn. Das Konzert ist schon lange ausverkauft und trotzdem scheint die Sorge, einen Platz ergattern zu können, besonders groß. Mancher Besucher hat Stress damit, für seine Nachzügler die Stühle freihalten zu können.

Eigentlich ist die Silvesterserenade ein Konzert wie jedes andere im Jahr. Dieses Mal gestaltet das Saxophonquartett „clair-obscur“ den Abend. Die vier in Berlin lebenden Musikerinnen und Musiker spielen seit 2006 in dieser Formation zusammen und konnten diverse internationale Wettbewerbserfolge verbuchen. Wenn sie nicht im Quartett musizieren, spielen regelmäßig als Aushilfen in den Berliner Orchestern, wie zum Beispiel den Berliner Philharmonikern.

Für ihre Auftritte als „clair-obscur“ musste Christoph Enzel, der das Tenor-Saxophon spielt, manches Stück umschreiben, da die klassische Musikliteratur für vier Saxophone gar nicht reichhaltig genug ist. Mit einem Beispiel von Johann Sebastian Bach beginnen sie ihren Abend. Trotz der ungewöhnlichen Besetzung ist das Italienische Konzert an den ersten vertrauten Tönen zu erkennen – ein interessantes Klangerlebnis, das Christoph Enzel, Jan Schulte-Bunert (Sopran-Saxophon), Maike Krullmann (Alt-Saxophon) und Kathie Wagner (Bariton-Saxophon) bieten.

Selten hat man die Gelegenheit, das Klangspektrum des Saxophons in dieser Breite zu hören, wie es bei der Bearbeitung von Ravels „Le Tombeau de Couperin“ zu hören ist.

Bei ihrer Interpretation von einigen wohl bekannten Stücken aus der Dreigroschenoper von Kurt Weill kann sich das Publikum nicht mehr an die „Spielregeln“ halten und spendet nach dem „Anstatt-Dass-Song“ einen spontanen Zwischenapplaus und mit viel Wippen auf den Stühlen genießt man den flotten „Kanonensong“.

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