Der bedrohte Verein erlebt ein Happy End – auch dank Bauordnungsamt.

Ungefähr da, wo Monika Vehreschild und Georg Dammer stehen, war bis vor kurzem noch eine Wand. In Windeseile erfindet sich das Werkhaus an der Blücherstraße komplett neu – eine unerwartete Einigung mit der Stadt in Sachen Brandschutz.
Ungefähr da, wo Monika Vehreschild und Georg Dammer stehen, war bis vor kurzem noch eine Wand. In Windeseile erfindet sich das Werkhaus an der Blücherstraße komplett neu – eine unerwartete Einigung mit der Stadt in Sachen Brandschutz.

Ungefähr da, wo Monika Vehreschild und Georg Dammer stehen, war bis vor kurzem noch eine Wand. In Windeseile erfindet sich das Werkhaus an der Blücherstraße komplett neu – eine unerwartete Einigung mit der Stadt in Sachen Brandschutz.

Andreas Bischof

Ungefähr da, wo Monika Vehreschild und Georg Dammer stehen, war bis vor kurzem noch eine Wand. In Windeseile erfindet sich das Werkhaus an der Blücherstraße komplett neu – eine unerwartete Einigung mit der Stadt in Sachen Brandschutz.

Krefeld. Das mit dem Durchbruch ist wörtlich zu nehmen: Zwei Wände sind komplett herausgerissen, das Werkhaus an der Blücherstraße ist eine einzige Baustelle. Mittendrin stehen die Vereinsvorsitzende Monika Vehreschild und der Geschäftsführer Georg Dammer, leicht gestresst, aber zufrieden. „Der Knoten ist endlich geplatzt“, sagt Vehreschild. „Für uns ist das ein echter Neubeginn.“

„Für uns ist das ein echter Neubeginn.“
Monika Vehreschild, Vorsitzende des Vereins

Der Verein wird seine Probleme mit dem Brandschutz (die WZ berichtete) in den kommenden Wochen beseitigen und die größtenteils gesperrten Räume – mit Ausnahme des Kellers – wieder öffnen. „Der Vermieter greift tief in die Tasche“, sagt Dammer. Er lässt Fluchtwege bauen, eine Meldeanlage und Brandschutztüren installieren, baut um und renoviert. Nach 27 Jahren erhält das Werkhaus ein völlig neues Gesicht.

Das Besondere an diesem Happy End ist, wie schnell und unerwartet es kam. Noch vor einem Monat hatte die WZ berichtet, dass der Verein sich in seiner Existenz bedroht sieht, weil durch die Sperrung wichtige Einnahmen aus Kursen und Veranstaltungen wegbrechen.

Die Lösung erinnert nun an ein verspätetes Weihnachtswunder, vor allem in einer Stadt, in der die Mühlen oft langsam mahlen. Zwei Tage vor Heiligabend hatte der Architekt des Vereins seine Umbaupläne für das Gebäude bei der Stadt eingereicht. Und obwohl die Beamten kurz darauf gesammelt in die Betriebsferien gingen, ergab sich schnell eine „pragmatische Lösung“, wie es im Rathaus heißt: „Wir haben einfach miteinander geredet.“

Konkret heißt das: Am vergangenen Dienstag saßen Architekt, Vermieter, Bauordnungsamt und Feuerwehr gemeinsam am Tisch. Und am Mittwoch rückten die Bauarbeiter an.

Die Kurse beginnen später, zwei Kabarettabende fallen aus

Werkhaus Der Verein erhielt im Mai Post vom Bauordnungsamt. Zwei Drittel des Gebäudes in Dießem seien wegen Brandschutzmängeln zu schließen.

Haus der Seidenkultur Das Museum erhielt im September einen ähnlichen Brief. Es musste sofort schließen. Für die Sanierung wurden schon 250 000 Euro gesammelt. Seit Mittwoch ist das Übergangsquartier im Südbahnhof, Saumstraße, geöffnet.

Durch die schnelle Einigung kann das Semester im Werkhaus fast pünktlich anfangen. „Sonst hätten wir unsere Kunden und damit unsere Existenz verloren“, sagt Vehreschild. Statt am 16. beginnen die Kurse nun am 23. Januar, außerdem fallen zwei Kabarettabende aus.

Das neue Werkhaus, das in zehn Tagen an den Start geht, wird anders aussehen als das alte: Das Café wird kleiner, auch die Bühne soll schrumpfen. Dafür könnte dort künftig mehr Programm stattfinden als bisher, deutet Dammer an. Der Geschäftsführer selbst zieht mit seinem Büro in den Südbahnhof, wo auch die Kunstkurse eine Heimat finden. An der Blücherstraßegibt es Tanz und Musik, auch ein Multimediaraum soll entstehen. Den kompletten Innenausbau wird der Verein selbst bezahlen müssen, aber irgendwie wird sich auch das lösen. Die alten Regale jedenfalls sind schon ziemlich leer. Jede Menge Platz für Neues.

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