Frank Matthus („Rocky Horror Show“) inszeniert das Kult-Musical in Krefeld.

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Schräge Welten: Am Sonntag stemmt das Schauspielensemble die Premiere des Kult-Musicals „The Black Rider“.

Schräge Welten: Am Sonntag stemmt das Schauspielensemble die Premiere des Kult-Musicals „The Black Rider“.

Matthias Stutte

Schräge Welten: Am Sonntag stemmt das Schauspielensemble die Premiere des Kult-Musicals „The Black Rider“.

Krefeld. Carl Maria von Webers romantische Oper „Der Freischütz“ bildet die Vorlage für ein Musical der besonderen Art: 1990 landeten Tom Waits, William S. Burroughs und Robert Wilson mit „The Black Rider“ in Hamburg einen Hit. Auch auf anderen Bühnen wurde das Stück Kult.

Eine herzergreifende Geschichte, die natürlich tragisch endet

Am Krefelder Theater, wo es bereits 1999 mit großem Erfolg gezeigt wurde, wagt man sich jetzt zum zweiten Mal an das schräge Werk. Premiere ist am kommenden Sonntag. Mit „Respekt, Mut und Demut“ habe man sich dem Stück genähert, sagt Dramaturg Martin Vöhringer. Im Grunde sei es ein typischer Theaterstoff, „eine herzergreifende Liebesgeschichte, die tragisch endet“.

Regisseur Frank Matthus inszeniert das Stück ebenfalls zum zweiten Mal. Seine Herangehensweise ist diesmal ganz anders. „Damals hatte ich zu viel Respekt“, sagt er. Als „rigoroser“ beschreibt er seinen jetzigen Zugang. So gebe es mehr Musik und weniger Text: „Man muss es sich aneignen und zurechtschneiden, dann merkt man, wie leicht es auf einmal geht.“ Zugleich legt der Regisseur großen Wert darauf, nicht an der Oberfläche zu bleiben, er vergleicht das Stück mit einem Eisberg. „Es zählt nicht nur das, was sichtbar ist.“

Johanna Maria Burkhardt, die Bühnenbild und Kostüme entworfen hat, findet über die Musik von Tom Waits einen Zugang zum Stück. Der Charakter des Verrauchten, Versoffenen sorgt für eine spezielle Atmosphäre. Ihre Entwürfe spiegeln diese seltsame Welt wider: „Ich habe mir die Freiheit genommen, auf das total Schräge einzugehen.“

Die Tänzer zeigen Seelenzustände – keine dekorative Form

Die Musik findet auch Choreograph Ralph Frey faszinierend. Allerdings erfordert sie ein anderes Bewegungsvokabular als in klassischen Musicals. „Es geht hier nicht um Show-Tanz“, betont Frey. Viele Statisten kommen zum Einsatz, und auch hier ist Atmosphäre ein wichtiges Stichwort. „Es geht darum, Seelenzustände zu zeigen und keine dekorative Form“, sagt Frey.

 Für die Premiere am Sonntag, 19.30 Uhr, gibt es noch Restkarten unter Telefon 02151/805 125.

Weitere Aufführungen am 15., 23. Februar; 28., 29. März; 11., 13., 20. April; 1., Mai, Juni und Juli

Die Musik wird live gespielt, Jochen Kilian leitet die fünfköpfige Band. Als einziger war er bereits bei der ersten Krefelder „Black Rider“-Produktion dabei.

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