Kunstszene: Der Bildhauer Hans Joachim Albrecht wird am Dienstag 75 Jahre alt. Parallel beginnen zwei Ausstellungen in Masuren, wo er geboren ist.

Hans Joachim Albrecht zeichnet in seinem Hülser Atelier. Seine Grafiken und Skulpturen sind nun in Masuren zu sehen.
Hans Joachim Albrecht zeichnet in seinem Hülser Atelier. Seine Grafiken und Skulpturen sind nun in Masuren zu sehen.

Hans Joachim Albrecht zeichnet in seinem Hülser Atelier. Seine Grafiken und Skulpturen sind nun in Masuren zu sehen.

Andreas Bischof

Hans Joachim Albrecht zeichnet in seinem Hülser Atelier. Seine Grafiken und Skulpturen sind nun in Masuren zu sehen.

Krefeld. Es ist ein weiter Weg vom ersten Blick des Künstlers bis zur fertigen Skulptur: Die Werke Hans Joachim Albrechts erfassen die Bewegung und den Körper eines Menschen und gießen beides in eine abstrakte Form. Der Bildhauer und Kunstprofessor wird am Dienstag 75 Jahre alt.

Seit 1949 lebt er in Krefeld, seit den 70er Jahren stehen Werke von ihm im öffentlichen Raum. Auf dem Westwall etwa, hinter dem klassizistischen Rathaus, die „Hockende, entgegengesetzt – Paar“. Vor der Musikschule ragt eine „Figürliche Doppelform“ empor, am Krefelder Hof eine „Bewegliche figürliche Doppelform“. Auch die Kunstmuseen besitzen Werke von Albrecht, dessen Ausstellungsliste lang ist.

Er hat in seinem Berufsleben immer beides miteinander zu verbinden gewusst: Theorie und Praxis. Nach seinem Studium lehrte er lange Jahre an der Werkkunstschule. „1963 übernahm ich die Vertretung Gerhard Kadows“, erinnert er sich – das liegt nun 50 Jahre zurück. Nach der Eingliederung in die Fachhochschule wurde Albrecht 1973 zum Professor ernannt, da war er 35.

Teile seines Oevres hat er einer Stiftung übergeben

Zuvor hatte er schon begonnen zu schreiben. Eines seiner Themen: die Farben. Derzeit sitzt Albrecht an einem Buch über die Bildhauerei im 20. Jahrhundert. „Ich sehe darin eine große Vielstimmigkeit und schreibe, was ich als Bildhauer entdecke“, sagt er. Seit Jahren schon engagiert Albrecht sich für den Verein „Kunst und Krefeld“; Teile seines Oevres hat er an eine Stiftung übergeben, damit es zugänglich bleibt.

Auch zum Geburtstag stellt Albrecht aus: Seine Skulpturen werden in Olsztyn (Allenstein) und in seinem Geburtsort Orneta (Wormditt) in Masuren gezeigt. Vor Jahren reiste er zum ersten Mal wieder dorthin – aus Neugier, wie er sagt. „Die Kirche mit ihren Bildern ist genau so, wie ich sie in Erinnerung hatte.“

Bis Mitte September sind 100 Skulpturen und Grafiken in der Burg Rößel in Olsztyn zu sehen. Weitere Werke sind bei Arte Nova in Orneta ausgestellt.

Ein Katalog ist erschienen (Polnisch, Deutsch, Englisch), herausgegeben von Kunst und Krefeld, erhältlich in der Galerie Meta Weber, Blumentalstraße 2.

Durch wunderbare Umstände entwickelte sich eine enge Beziehung zu Orneta – und nun wurde Albrecht zur 700-Jahr-Feier der Stadt geladen. Auf dem Katalog zu den Ausstellungen ist eine rote Skulptur abgebildet: Beim Kirchenbesuch in Masuren sah Albrecht einen Jungen, der sich beim Orgelspiel die Augen zuhielt, um nicht vom Hören abgelenkt zu werden. „Der Lauschende“ heißt diese Arbeit.

www.albrecht-skulptur.de

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