Walter Urbachs Aquarelle entstehen mit vollem Körpereinsatz. Die Schau am Westwall dauert bis zum 26. Februar.

Das Verhältnis von Flächen und Linien ist wesentlicher Bestandteil der Bilder von Walter Urbach, die derzeit im Kunstverein zu sehen sind.
Das Verhältnis von Flächen und Linien ist wesentlicher Bestandteil der Bilder von Walter Urbach, die derzeit im Kunstverein zu sehen sind.

Das Verhältnis von Flächen und Linien ist wesentlicher Bestandteil der Bilder von Walter Urbach, die derzeit im Kunstverein zu sehen sind.

Andreas Bischof

Das Verhältnis von Flächen und Linien ist wesentlicher Bestandteil der Bilder von Walter Urbach, die derzeit im Kunstverein zu sehen sind.

Krefeld. Gelb, Orange und Violett leuchtet es von den Wänden des Kunstvereins. Sieben großformatige Aquarelle verwandeln das Erdgeschoss des Buschhüterhauses am Westwall in einen farbenprächtigen Raum. Die 107 mal 148 Zentimeter großen Blätter gehören zu den jüngsten Arbeiten von Walter Urbach. Letzten Sommer hat der 84-jährige Künstler sie in seinem Garten angefertigt.

"Bei mir schwimmt es", beschreibt Urbach seinen Arbeitsprozess. Mit vollem Körpereinsatz geht er dabei vor. Aus Schüsseln trägt er die flüssigen Farben mit dicken Pinseln auf, lässt sie antrocknen, um dann wieder mit Wasser Schichten abzuwaschen. Oft geht er mit einem Schwamm in die noch nassen Flächen hinein, es entstehen raffinierte Verwischungen und Verbindungen von Farbflächen. "Ich habe mir eine eigenen Technik erarbeitet", sagt der Künstler, der sich als informeller Maler bezeichnet und das freie Arbeiten sehr schätzt. Bilder entstehen für ihn immer zuerst im Kopf, sind dabei auch eine "Artikulation des Unbewussten".

Vor der großformatigen Ausführung entstehen oft kleine Studien, wobei das Verhältnis von Fläche und Linie wesentliches Element seiner Bilder ist. Die Bedeutung der Linie hat Urbach schon bei Ewald Mataré schätzen gelernt, der unmittelbar nach dem Krieg an der Düsseldorfer Kunstakademie zu seinen Lehrern zählte. Als ausgebildeter Lithograph, der viele Jahre als Grafiker arbeitete, hat Urbach es neben der Malerei auch im Bereich der Radierung zur Meisterschaft gebracht. In der Ausstellung sind eindrucksvolle Beispiele zu sehen.

Nach dem Farbenrausch im Erdgeschoss sieht man in der oberen Etage Blätter in Schwarzweiß. Die Radierungen, meist in Aquatinta-Technik, zeigen kompakte Flächen, aus denen sich feinste Linien herausentwickeln. Neben Schwarz und Weiß lässt diese Technik auch Schattierungen in Grau zu, so dass Blätter mit äußerst differenzierten Farbwerten entstehen. Die reduzierten und zugleich so lebendigen Formen lassen manchmal asiatische Einflüsse vermuten.

Doch die Farben und Formen der Landschaft rund um den Ätna sind Urbach viel näher und er hat sie in der "Bergzeichen-Serie" verarbeitet. Jedes Blatt ist mit einem "E" für die italienische Bezeichnung des berühmten Vulkans versehen. Ein Thema, das Urbach seit dreißig Jahren beschäftigt, ist die Mohnblüte, deren mystische Seite ihn zu ganzen "Papaver" genannten Serien inspiriert hat. Wunderbarstes Beispiel dafür sind die anfangs erwähnten Aquarelle. Mohn gilt bekanntlich als Droge- auch diese Bilder können süchtig machen

Eröffnung: Freitag 19 Uhr; bis 26. Februar, geöffnet di.-fr. 10-12 und 16-18 Uhr, so. 11.30 -14.30 Uhr

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