Robert North setzt Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“ eher traditionell um. Am Samstag ist Premiere im Stadttheater.

Liebesgeschichte mit tragischem Ende: Das Theater zeigt das Ballett „Romeo und Julia“.
Liebesgeschichte mit tragischem Ende: Das Theater zeigt das Ballett „Romeo und Julia“.

Liebesgeschichte mit tragischem Ende: Das Theater zeigt das Ballett „Romeo und Julia“.

Matthias Stutte

Liebesgeschichte mit tragischem Ende: Das Theater zeigt das Ballett „Romeo und Julia“.

Krefeld. Sehnsüchtig blickt Julia von ihrem Balkon herab. Als Romeo erscheint, eilt sie die Treppen herab, ein wunderschönes Pas de Deux beginnt. Aus dem Orchestergraben erklingt lyrische Musik.

Es ist eine der letzten Proben vor der Premiere des Ballett-Klassikers „Romeo und Julia“ am Samstag. Und obwohl es für den Laien schon perfekt aussieht, wird an einigen Stellen noch korrigiert. So müssen das Tempo der Musik und die Bewegungen der Tänzer präzise aufeinander abgestimmt werden. „Diese Musik ist fast wie eine Oper, nur ohne Sänger“ sagt Generalmusikdirektor Graham Jackson über Sergej Prokofjews berühmtes Werk. „Es ist schwer zu spielen und verlangt eine üppige Besetzung, aber es macht uns allen große Freude.“

Eine Meinung, der sich auch Ballettdirektor Robert North anschließt. „Diese Musik sagt einem, was zu tun ist“ findet er. Seine jetzt gezeigte Choreografie ist bereits 1990 entstanden und wurde schon in Verona, dem Schauplatz des Stückes, gezeigt. Für seine Version hat North neben der Musik genau auf das Shakespeare-Stück geachtet. „Es geht nicht darum, um jeden Preis etwas Neues zu machen“ sagt er.

Optisch fröhliche Ausstattung trotzt der dramatischen Handlung

Im Mittelpunkt steht für ihn die Liebe, die dem sinnlosen Zwist zweier Familien zum Opfer fällt. „Es ist auch eine Geschichte der ersten Liebe an sich, die jeder nur einmal erleben kann“, deutet North an. Der Tragik des Stoffes setzt er eine optisch fröhliche Ausstattung entgegen, die zeitlich vor Shakespeare angesiedelt ist.

Bühnen-und Kostümbildner Andrew Storer hat dafür Entwürfe erarbeitet, die Bilder der italienischen Frührenaissance wieder aufleben lassen. Dabei spiegelt sich die Kunst eines Giotto oder Ghirlandaio nicht nur in der Farbenpracht, sondern auch in der Choreografie wider. „Die Tänzer machen teilweise die gleichen Gesten wie die Figuren auf diesen Bildern“ erzählt North. Auch Kenner des Shakespeare-Textes werden auf ihre Kosten kommen. So lässt der Ballettchef Mercutios Rede über „Queen Mab“, die Verkörperung des Traums, tänzerisch sichtbar werden.

Die Umsetzung stellt die hiesige Kompanie auch personell vor eine Herausforderung. Während mit Karine Andrei-Sutter und Razvan Craciunescu bewährte Solisten das Liebespaar verkörpern, wurden einige Nebenrollen mit Gästen besetzt. Sogar der Ballettchef selbst und seine Frau und Assistentin Sheri Cook treten auf – als Julias Eltern.

Die Premiere ist ausverkauft. Karten für weitere Termine: Telefon 805-125.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer