Doris Kaisers Werke in der Galerie Fochem muss man langsam erforschen.

Doris Kaiser zeigt Zeichnungen und plastische Arbeiten.
Doris Kaiser zeigt Zeichnungen und plastische Arbeiten.

Doris Kaiser zeigt Zeichnungen und plastische Arbeiten.

Andreas Bischof

Doris Kaiser zeigt Zeichnungen und plastische Arbeiten.

Krefeld. Gips und Ton: Aus diesen gegensätzlichen Materialien formt Doris Kaiser plastische Arbeiten. In der Galerie Christian Fochem sind jetzt neue Werke der Künstlerin zu sehen, die dort bereits mehrfach ausgestellt hat.

Neben den plastischen Arbeiten sind diesmal Zeichnungen ausgestellt, auf den ersten Blick gibt es keine Verbindung. Die Blätter zeigen runde Formen, mit Bleistift oder in zarten Pastelltönen gezeichnet. Während sie manchmal an Gefäße erinnern, weisen die plastischen Arbeiten eine strenge Geradlinigkeit auf.

Rechteckig und quadratisch sind die Grundformen der Gipselemente, die Kaiser oft als Paar arrangiert. Dabei setzt sie die Teile nicht neben-, sondern hintereinander, lässt sie dabei manchmal ganz verschwinden. Diese Strategie des Verbergens führt zu spannenden Seherlebnissen - der Betrachter kann die Konstruktionen gedanklich selbst weiterspinnen.

Faszinierend ist auch der Kontrast der Materialien. Neben den glatten Gipsflächen gibt es Bereiche aus gebranntem Ton. Dessen feinporige Oberfläche, die sich leicht nach innen wölbt, wirkt lebendig, aber auch verletzlicher als der Gips. Die Partien sind klar voneinander abgegrenzt. Eingeritzte Linien, messerscharf gezogen, durchziehen horizontal oder senkrecht beide Felder und stellen so eine Verbindung her.

Die Formate der Objekte sind sehr unterschiedlich. Weniger als 20 Zentimeter in Länge und Breite messen zwei Objekte, die mit der Umkehrung Gips und Ton spielen und ein perfektes Paar ergeben. Wesentlich größer ist das mitten im Raum platzierte Bodenobjekt (220 x 220 x 35 Zentimeter), bei dem die Künstlerin mit Holz und Acrylfarbe noch weitere Materialien verarbeitet.

Doris Kaisers Objekte drängen sich nicht auf, sie geben sich manchmal eher verschlossen und müssen langsam erforscht werden. Sie sind ein stiller, aber eindringlicher Protest gegen Lärm und Buntheit der alltäglichen Welt. Man kann innehalten, nachdenken oder einfach die Ruhe genießen, die sie vermitteln.

Galerie Fochem, Wallstraße 14, Di. bis Fr. 14.30 bis 18.30 Uhr, Sa. 10 bis 14 Uhr. Bis 21. März.

www.galerie-christian-fochem.de

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