Das Kunst-Spektrum zeigt Arbeiten von Viktoria Peek.

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Viktoria Peek nutzt fein geschwungene Schrift in ihren Kunstwerken. In der Unlesbarkeit bewahren die Worte dennoch ihr Geheimnis.

Viktoria Peek nutzt fein geschwungene Schrift in ihren Kunstwerken. In der Unlesbarkeit bewahren die Worte dennoch ihr Geheimnis.

Dirk Jochmann

Viktoria Peek nutzt fein geschwungene Schrift in ihren Kunstwerken. In der Unlesbarkeit bewahren die Worte dennoch ihr Geheimnis.

Krefeld. Sie schreibt Texte und verarbeitet sie in ihren Bildern. Die fein geschwungene Schrift der Krefelder Künstlerin Viktoria Peek wird so selbst zum Bildelement.

Wie vielfältig das sein kann, zeigt die Ausstellung "geschrieben", mit der das Kunst-Spektrum der Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK) ins neue Jahr startet.

"Nicht das lesbare Wort interessiert mich, sondern Schriftzeichen als bildnerisches Element", sagt Peek, die für ihre Arbeiten meist eine Mischtechnik benutzt. Oft schichtet sie dünnen Stoff, Papier und Gaze (Mull) übereinander, so dass auch plastische Aspekte ins Spiel kommen.

Die Schrift wird als Bildelement wahrgenommen

Den Auftakt bilden im ersten Raum fünf größere Bilder, die fast ganz in Weiß gehalten sind. Schmale Streifen, die dicht gedrängte farbige Schriftfragmente zeigen, setzen an wenigen Stellen lebendige Akzente.

Die Dichte des Schriftbildes und die Farbigkeit führen dazu, dass die Schrift als Bildelement wahrgenommen wird, das sich aus der monochromen Fläche hervorhebt.

Kunst-Spektrum, St. Anton-Straße 90, bis 31. Januar, mo. und do., 16 bis 20 Uhr, sa., 11 bis 14 Uhr.

Anders bei dem schönen Bildpaar im Nebenraum. Zarte Grüntöne bestimmen diese Bilder, blass und grazil überziehen die Schriftzeichen die gesamte Fläche. Ein Stück Pergamentpapier richtet den Fokus stärker auf das Schriftbild. Ein Gegenstück ist im Obergeschoss zu sehen: Hier bestimmt ein sattes Rot die Bildfläche, die Form tritt zugunsten der Farbe in den Hintergrund.

Eine andere Gewichtung zeigt der Zyklus "ich werde mich erinnern". Sechs kleinformatige Arbeiten zeigen graue geschwungene Schriftzeichen auf Weiß, mal mehr, mal weniger dicht.

Der verarbeitete Text handelt von der Erinnerung, und in den Liniengefügen vermittelt die Künstlerin visuell etwas von deren Wesen.

Auch in eine Reihe kleiner Collagen sind immer wieder Texte als Bildelemente eingearbeitet. Auf den ersten Blick erscheinen sie vertraut, bewahren in der Unlesbarkeit aber ihr Geheimnis.

Neben diesen überwiegend bildnerischen Werken gibt es auch einige plastische Arbeiten zu sehen. So platziert Peek zwischen Sperrholzrahmen gefüllte Baumwollpäckchen. Sie ergeben ein skurriles Wandrelief. Ein kleines, mit Schriftzeichen überzogenes Stoffkissen wird wie eine Kostbarkeit hinter Glas präsentiert.

In der sehr stimmigen Schau fällt eine Arbeit besonders auf. Drei farbige plastische Elemente, deren Form seltsam fragmentarisch bleibt, erinnern ein wenig an Spuren oder Bruchstücke von Schriftzeichen, bleiben letztlich rätselhaft.

"secret garden" hat die Künstlerin diese Arbeit genannt und eine wunderbare Reiseerinnerung darin verarbeitet. Es steckt mehr hinter den Dingen, als es manchmal den Anschein hat. Genau das macht die Kunst von Viktoria Peek sehenswert.

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