Jürgen Paatz zeigt im Krefelder Kunstverein eine Auswahl seiner „Tagesbilder“.

Ausstellung
Künstler Jürgen Paatz vor einem seiner „Tagesbilder“, die im Kunstverein zu sehen sind.

Künstler Jürgen Paatz vor einem seiner „Tagesbilder“, die im Kunstverein zu sehen sind.

Dirk Jochmann

Künstler Jürgen Paatz vor einem seiner „Tagesbilder“, die im Kunstverein zu sehen sind.

Krefeld. „Mit meiner Malerei Geschichten zu erzählen, interessiert mich nicht“ sagt Jürgen Paatz. Der Künstler, Jahrgang 1943, der in Kleve lebt und arbeitet, hat mit seinen „Tagesbildern“ eine eigene Form des Ausdrucks gefunden. Seit 2006 entstehen diese Bilder, denen nur das Format und die auf einen Tag begrenzte Entstehungsform gemeinsam sind.

Eine kleine Auswahl aus diesem reichhaltigen Fundus, der inzwischen sein Atelier gut füllt, zeigt Paatz ab Freitag im Krefelder Kunstverein. Alle Bilder sind im Format 40 mal 55 Zentimeter und in Eitempera gemalt. Diese alte Technik schätzt der Künstler besonders, und er rührt die Farben stets selbst an.

Richtiges Scheitern gibt es für den Künstler nicht

„Ich mag die offenporige Oberfläche“ sagt er. Der haptische Ausdruck der Malerei ist ihm ebenso wichtig wie der Inhalt. Bei der Ausführung geht Paatz ohne Idee oder bestimmten Plan vor, das meiste entsteht spontan, aus dem Augenblick heraus. Es kommt ein Prozess in Gang, der auch durch den schnellen Trocknungsprozess der Farbe zeitlich begrenzt ist.

Mit dieser Vorgehensweise möchte der Künstler neue Wege für sich erschließen, es ist die Lust am Experiment, am spielerischen Umgang mit dem Material. Dass die Ergebnisse mal mehr mal weniger befriedigend ausfallen, gehört für ihn dazu. Richtiges Scheitern gibt es dabei nicht, weil er sich immer wieder neu auf die Suche nach Möglichkeiten begibt.

Reizvoller als das fertige Ergebnis ist für Paatz der Malprozess selbst. Bis die Farbe trocknet, kann er immer wieder eingreifen und verändern. „Fertige Bilder sind erstarrte Zustände“, sagt er dazu.

Die Ausstellung wird morgen, 19 Uhr, im Krefelder Kunstverein, Westwall 124, eröffnet.
 

Die „Tagesbilder“ sind bis zum 25. Februar zu sehen, dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11.30 bis 14.30 Uhr.
 

Auch wenn die Bilder inhaltlich nichts erzählen, verraten ihre mehrschichtigen Flächen doch einiges über die Hand des Malers. Nicht nur mit dem Pinsel auch mit Spachteln oder Holzstückchen bearbeitet er die Flächen. So gibt es tiefe Einkerbungen, transparente Verläufe, feine Linien und aufgedruckte Ornamente.

Die Farbpalette reicht von erdigen und steinigen Tönen bis hin zu etwas bunteren Kompositionen in Rot, Grün, Braun und Gold. Dabei sprengt die Farbe nie die Leinwand, sondern bleibt immer auch kontrolliert.

Es ist der zutiefst persönliche Charakter dieser Tagesbilder, die es einem Außenstehenden eher schwer machen, einen Zugang zu finden. Wenn sie dem Künstler selbst neue Wege erschließen, ist das vielleicht schon genug.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer