Die Volkshochschule zeigt Werke von Claudia Maas und Setsuko Fukushima.

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Archivkästen mit Erde laden zu Ausgrabungen ein.

Archivkästen mit Erde laden zu Ausgrabungen ein.

Andreas Bischof

Archivkästen mit Erde laden zu Ausgrabungen ein.

Krefeld. Auf den ersten Blick sieht es wie ein dramatischer Sturz aus. Doch die flache Silhouette einer menschlichen Figur wird durch Fäden im Schwebezustand gehalten. Kopfüber verweist sie auf den Boden, auf dem 30 Kästchen angeordnet sind. Setsuko Fukushima und Claudia Maas haben mit ihren Installationen buchstäblich „Position bezogen“. So lautet der Titel einer Schau des Bundesverbands Bildender Künstler Niederrhein in der Volkshochschule.

Ikarus stürzt kopfüber herab und könnte auf Archivkästen landen

Die Figur von Maas, die ein bisschen an den kopfüber ins Meer stürzenden Ikarus erinnert, verweist auf die erdverbundene Installation von Fukushima am Boden. Die Kästchen, die normalerweise in einem Archiv Verwendung finden, sind mit Erde gefüllt oder bedeckt. Darin liegen keramische Gegenstände, halb eingegraben, die mit ihrer hellen Färbung an Knochen erinnern.

Andere Kästen sind geschlossen, gewähren aber durch Fensteröffnungen den Blick in ihr vielfältiges Innenleben. Oft sind die Fenster mit der Erde bedeckt, so dass man die Öffnungen erst freilegen muss. Der Betrachter wird zum Entdecker und Forscher. Er findet Spuren, Schriftstücke und Fotos, oft winzig klein. Vieles bleibt rätselhaft, aber der Vorgang des Ausgrabens scheint wichtiger zu sein als der akribisch gesammelte Inhalt.

Sammeln, ordnen und bewahren: Eine der Hauptaufgaben eines Museums wird hier zum Thema gemacht und quasi als verstaubte Angelegenheit der Vergangenheit präsentiert. MP

Die Ausstellung „Zu zweit – Position bezogen“, die zum Galerienabend „Kunst in Krefeld“ begonnen hat, ist noch bis morgen im Foyer der Volkshochschule zu sehen. Geöffnet ist sie täglich von 9 bis 21 Uhr.

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