Hundreds entfalten große Sogkraft.

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Warme Stimme über rätselhaften Klängen: Eva Milner.

Warme Stimme über rätselhaften Klängen: Eva Milner.

Dirk Jochmann

Warme Stimme über rätselhaften Klängen: Eva Milner.

Krefeld. Neonröhren hüllen die Bühne in ein unwirkliches Licht, dazu elektronische Klänge, die aus dem Untergrund kommen und auf Entdeckungsreise gehen. Wer die Band Hundreds, ein Geschwisterpaar aus Hamburg, auf ihrer ersten Tour erlebt, hört Musik, die sich klaren Genre-Zuschreibungen widersetzt. Denn Philip und Eva Milner kreieren elektronische Klanglandschaften, in denen Rhythmik und Melodie für eine - auch hörbar - knisternde Atmosphäre sorgen.

Bei ihrem Auftritt in der Kulturfabrik verzaubert das Newcomer-Duo vor allem mit einem rätselhaften Spiel der Widersprüche. Während Bruder Philip am Klavier und an den Synthesizern mit zahlreichen Effekte und Breakbeats verblüfft, bedeckt Eva Milner die Soundstrukturen mit ihrer melancholischen, warmen Stimme. Die zwölf Songs ihres mit dem eigenen Namen betitelten Debütalbums entfalten dabei eine Sogkraft, der man sich mit zunehmender Spieldauer nur schwer entziehen kann.

Düstere Klänge erinnern an Portishead oder Massive Attack

Treibende Stücke wie "Fighter" oder "Rabbits on the roof" erinnern in ihrer Düsternis an Portishead oder Massive Attack. Sanfte Pianoklänge wie beim abschließenden "Little hearts" erreichen in ihrer balladesken Einfachheit sogar Pop-Standards à la Dido.

Wermutstropfen beim Krefelder Gig bleibt das Zuschauerinteresse: Nur ein dutzend Konzertbesucher wollen sich den Geheimtipp der Indie-Electro-Szene anhören - so viel Geheimnis um eine Band und ihre Musik hat offenbar seinen Preis. jek

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