Gabriela Kuhn ist mit ihrem Ehemann, dem Generalintendanten Michael Grosse, an die Vereinigten Städtischen Bühnen gekommen. In Mönchengladbach hat sie sich mit dem Musical „Lola Blau“ vorgestellt.

Die Sängerin Gabriela Kuhn steht – ganz in Weiß – auf der Rennstrecke der Mönchengladbacher Nitromaniacs.
Die Sängerin Gabriela Kuhn steht – ganz in Weiß – auf der Rennstrecke der Mönchengladbacher Nitromaniacs.

Die Sängerin Gabriela Kuhn steht – ganz in Weiß – auf der Rennstrecke der Mönchengladbacher Nitromaniacs.

Matthias Stutte

Die Sängerin Gabriela Kuhn steht – ganz in Weiß – auf der Rennstrecke der Mönchengladbacher Nitromaniacs.

Krefeld. In Krefeld kennt sie bereits den Zoo, das Badezentrum Bockum und einen Fußballplatz. Als Mutter eines siebenjährigen Sohnes lernt die Sängerin Gabriela Kuhn ihren neuen Wohnort aus einer anderen Perspektive kennen.

Gemeinsam mit ihrem Mann, dem neuen Generalintendanten Michael Grosse, ist die Künstlerin von Schleswig-Holstein an den Niederrhein gekommen und war sofort von der Offenheit und Herzlichkeit der Menschen hier angetan. "Wir waren keine Stunde in unserem neuen Haus, da standen schon die ersten Nachbarskinder vor der Tür", erzählt sie. Sie ist froh, dass ihr Sohn mit dem Wechsel gut zurechtkommt und schon Freunde gefunden hat.

Sie selbst ist schon viel im deutschsprachigen Raum herumgekommen. Geboren in München, wuchs Kuhn in Pforzheim auf. Wie viele kleine Mädchen besuchte sie eine Ballettschule und schnupperte bei ersten Auftritten auch Theaterluft. Zum Vorbild wurde der Großvater, der Opernsänger war. Der, wie sie sagt, "einzige Künstler in der Familie" inspirierte sie, selbst die Gesangslaufbahn einzuschlagen.

Sie studierte an der Würzburger Musikhochschule und kehrte als Anfängerin nach Pforzheim zurück. Es folgte ein Engagement in Lüneburg, und von dort machte sie einen mehrjährigen Abstecher in die große Welt der Musicals. An den Vereinigten Bühnen Wien wirkte sie unter der Leitung von Peter Weck in den Produktionen "Elisabeth" und "Freudiana" mit. "Das war eine tolle Zeit" schwärmt sie. Noch heute pflegt sie freundschaftliche Kontakte nach Wien. Rund 500 Vorstellungen hat sie dort gespielt und dabei auch die Schattenseiten eines Musicalbetriebs kennengelernt. "Es erfordert sehr viel Disziplin, aber der kreative Prozess bleibt auf der Strecke", findet sie.

Georg Kreislers Chansons erfordern eine andere Art des Singens

Die Herausforderung durch neue Rollen und die Arbeit mit wechselnden Regisseuren macht aber für sie den Reiz ihres Berufes aus. Nach Wien kam sie über verschiedene Gastspiele an die Schleswig-Holsteinischen Landesbühnen, wo sie die vergangenen zehn Jahre verbracht hat. Hier gründete sie ihre Familie und spielte in Oper, Operette und Musical.

Eine ihrer liebsten Rollen aus der Zeit ist die Lola Blau aus Georg Kreislers gleichnamigen Musical für eine Darstellerin. Mit der Figur der jüdischen Künstlerin in den 1930er Jahren hat sie sich jetzt dem Mönchengladbacher Publikum vorgestellt. Obwohl ihr die Rolle schon sehr vertraut ist, empfindet sie dabei nie Routine. "Man fängt jeden Abend bei Null an", sagt sie. Besonders liebt sie Kreislers Chansons, die eine ganz andere Art des Singens erfordern.

Um sich fit zu halten, joggt die Sängerin regelmäßig. Dass Krefeld dafür so viele Grünflächen bietet, hat sie "total überrascht". Ein Grund mehr, dass sie sich hier schon recht heimisch fühlt. "Es hat alles sehr gut angefangen", sagt sie und verabschiedet sich. Um ihren Sohn zum Schwimmkurs zu bringen.

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