Jürgen Sauerland-Freer nennt die Schwerpunkte der Arbeit.

Mit dem Südbahnhof, dem Literaturhaus und dem Thema Kulturelle Bildung wird sich Kulturbüro-Chef Jürgen Sauerland-Freer intensiv befassen.
Mit dem Südbahnhof, dem Literaturhaus und dem Thema Kulturelle Bildung wird sich Kulturbüro-Chef Jürgen Sauerland-Freer intensiv befassen.

Mit dem Südbahnhof, dem Literaturhaus und dem Thema Kulturelle Bildung wird sich Kulturbüro-Chef Jürgen Sauerland-Freer intensiv befassen.

abi

Mit dem Südbahnhof, dem Literaturhaus und dem Thema Kulturelle Bildung wird sich Kulturbüro-Chef Jürgen Sauerland-Freer intensiv befassen.

Krefeld. Über einen Mangel an Aufgaben kann sich das Kulturbüro nicht beklagen: Jürgen Sauerland-Freer und seine Mitarbeiter sind Ansprechpartner für die freie Kulturszene der Stadt, stemmen eigene Veranstaltungen, verwalten die Fabrik Heeder, vermieten Haus Greiffenhorst, betreuen das Landesprogramm Kultur und Schule - die Liste ließe sich fortsetzen. Sauerland-Freer ist zudem Leiter des Kresch-Theaters.

Im Jahr 2010 wird im Kulturbüro viel passieren, weil auch die Kulturszene sich wandelt. Im Mai eröffnet im Südbahnhof ein neues Kulturzentrum, der Verein Werkhaus hat die Federführung. Die Kritik aus der Politik, die es am bisher wenig konkreten Konzept der interkulturellen Einrichtung gab, kontert der Kulturbüro-Chef: "Eine solche Aufgabe muss man offen angehen. Projekte wie dieses stecken nicht in einem Standard-Kasten, in den man mal eben reingreift."

"Zentrum für die niederrheinische Literaturszene" wird angedacht

Als "Herausforderung" für das neue Jahr sieht Sauerland-Freer das Literaturhaus an der Gutenbergstraße. Wie berichtet, hat die verstorbene Eva Brües der Stadt das Gebäude gemeinsam mit zwei weiteren Häusern vererbt. Durch deren Verkauf soll der Betrieb des Literaturhauses finanziert werden. "Es gibt viele offene Fragen", gibt Sauerland-Freer zu, dem ein "Zentrum für die niederrheinische Literaturszene" vorschwebt: Muss das Haus umgebaut werden, da das Wohnzimmer als Veranstaltungsraum zu klein ist? Wird es eine zumindest nebenamtliche Kraft geben, die alle Aktivitäten organisiert? Und ist die Stadt bereit, dafür selbst Geld in die Hand zu nehmen?

Bereits in trockenen Tüchern sind Sanierung und Umbau der Fabrik Heeder. Mit 150 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II wird das Kulturzentrum hinter dem Hauptbahnhof auf Vordermann gebracht. Augenfälligster Eingriff wird die Umgestaltung des Foyers: "Es soll danach zeitgerechter aussehen", sagt Sauerland-Freer.

Die im Dezember mit einer Tagung begonnene Debatte über Kulturelle Bildung in Krefeld will der Kulturbüro-Chef im Jahr 2010 mit einem Runden Tisch fortsetzen. Dass es dabei besonders um Migranten gehen wird, hält er für unabdingbar: "Wenn an den Grundschulen die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund hat, lässt sich das nicht mehr trennen." Sauerland-Freer betont, dass kulturelle Bildung erst durch eine lebendige Kulturszene möglich wird: "Nur Theaterpädagogik zu machen, aber kein Theater - das geht nicht."

Bei den Veranstaltungen liegt ein Schwerpunkt auch in diesem Jahr auf Zeitgenössischem Tanz. Neben dem 10. Festival "Move!" ab Ende Oktober wird Krefeld wieder Nebenstandort der Internationalen Tanzmesse NRW sein. Im Programm sind auch das Chorfest und das Bandoneon-Festival, das Sauerland-Freer gerne etwas umgestalten möchte. "Wir möchten die Krefelder Geschichte des Instruments präsenter machen. Es hat in dieser Stadt mehr Beachtung verdient."

Zwei Ereignisse des Jahres 2011 sollen bereits ihre Schatten vorauswerfen. Sowohl zur Criminale, dem bundesweiten Treffen der Krimi-Autoren, soll es schon Veranstaltungen geben als auch zu den Jüdischen Kulturtagen. Dazu kommen die üblichen Programmpunkte mit fester Fangemeinde: Serenadenkonzerte auf Burg Linn, Open-Air-Kino in der Heeder, Literarischer Sommer, Ohren aufgeklappt, Puppentheatertage und vieles mehr. Immer wichtiger werden auch die Kooperationen, zum Beispiel mit der Hochschule Niederrhein und der Duisburger Kulturszene.

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