Das Publikum im Kulturpunkt Friedenskirche erlebte die Neuformation der beliebten A-Cappella-Band Wise Guys – und war sichtlich begeistert.

Das Publikum im Kulturpunkt Friedenskirche erlebte die Neuformation der beliebten A-Cappella-Band Wise Guys – und war sichtlich begeistert.
Drei von den „alten“ Wise Guys sind noch mit dabei, ansonsten ist die A-Cappella-Gruppe Alte Bekannte aber eine neue Formation.

Drei von den „alten“ Wise Guys sind noch mit dabei, ansonsten ist die A-Cappella-Gruppe Alte Bekannte aber eine neue Formation.

Dirk Jochmann

Drei von den „alten“ Wise Guys sind noch mit dabei, ansonsten ist die A-Cappella-Gruppe Alte Bekannte aber eine neue Formation.

Die Fans der Wise Guys warten am Donnerstagabend in der Friedenskirche gespannt: Sind die Alten Bekannten jetzt die Nachfolgeband der beliebten A-Cappella-Gruppe oder doch eher eine neue Formation mit bekannten Gesichtern? Immerhin traten noch drei Mitglieder der Wise Guys auf – Daniel „Dän“ Dickopf, Kopf und Songwriter der Band, der stimmgewaltige Nils Olfert und der letzte unter 40-Jährige des Quintetts, Bassist Björn Sterzenbach. Die beiden Neuen unter den Alten Bekannten – Clemens Schmuck und Ingo Wolfgarten – sind bekannte Musiker, haben zum Teil schon zuvor miteinander musiziert, und sind musikalisch eine Bereicherung.

So sind die aktuellen Bandmitglieder untereinander Alte Bekannte, und zumindest drei auch für die treuen Fans. Sie bringen zusammen 120 Jahre Bühnenerfahrung mit. Um es vorwegzunehmen: Die Erwartungen der Fans wurden derart erfüllt, dass sie am Ende des Konzerts minutenlang stehend applaudierten und die Zugaben aus alten Hits textsicher mitsangen. Schließlich wollen und können die angestammten Mitglieder ihre überaus erfolgreiche Vergangenheit nicht verleugnen. Und die neuen geben der Formation viele Impulse. So bringt Ingo Produktionskenntnisse im Studio mit. Clemens bringt seine Erfahrungen aus der holländischen Band „Intrmzzo“ ein und ist für 80 Prozent der Arrangements verantwortlich. Beeindruckend, wie er im Song „Ode an die Kinder“ die Kleinkindlaute imitiert. Wie auch das gesamte Ensemble a cappella, die Musik vokal und ohne Instrumente, perfekt beherrscht.

Texte beschäftigen sich häufiger mit ernsten Themen als früher

Was auch immer die fünf Musiker intonieren – es klingt wie ein gut eingespieltes Orchester. Das hängt auch damit zusammen, dass allein vier Mitglieder selbst komponieren. Außerdem haben die Texte von Band-Leader „Dän“ Tiefgang. Musikalisch spannt das Quintett einen großen Bogen: von stimmungsvollem Sunshine Reggae über Lustiges wie das Outing „Ich habe kein Tatoo, ich bin anderes als andere“ oder der Titel des neuen Albums „Wir sind da“ bis zum tiefsinnigem, nachdenklichen „Nordseewind“. Großartig, weil einfühlsam und perfekt interpretiert, sind die Cover-Songs, etwa Billie Jean (Billigjeans) von Michael Jackson, Justin Biebers Love Yourself oder Penny Lane von den Beatles, wobei sie als selbst ernannte Boygroup wie die Spice Girls Spaß bereitet.

Dass die alten Bandmitglieder reifer geworden sind, merkt man daran, dass sie häufiger als früher ernste Themen aufgreifen. Ein Beispiel ist die stimmungsvolle Interpretation von „Nur du allein“ von Niels, wobei es um das Vertrauen psychisch Kranker geht. Die ein oder andere Lebensweisheit gibt es auch mit auf den Weg, unter anderem in dem Song „Rechthaben ist geil“ mit dem Fazit „Ich habe immer recht, aber keine Freunde mehr“. Der Erfolg der Band darf getrost vorausgesagt werden, das bewies nicht nur der Auftritt in der Friedenskirche. Jedes der Bandmitglieder bringt seine eigenen Stärken ein zum Mehrwert des Ganzen. Vor allem aber merkt man ihnen den gemeinsamen Spaß auf der Bühne an.

Und sie können andere und sich selbst auf den Arm nehmen, zum Beispiel das Krefelder Publikum: „Morgen fahren wir nach Haus, diese Schönheit hier halten wir nicht aus“, verabschieden sie ihre begeisterten Fans.

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