Operngala widmet unter dem Motto „Vivat Bacchus“ dem Gott des Weines einen ausgelassenen Abend.

Operngala widmet unter dem Motto „Vivat Bacchus“ dem Gott des Weines einen ausgelassenen Abend.
Bei der Operngala im Krefelder Theater drehte sich inhaltlich alles um die vielfältigen Folgen und Auswirkungen von alkoholischen Getränken.

Bei der Operngala im Krefelder Theater drehte sich inhaltlich alles um die vielfältigen Folgen und Auswirkungen von alkoholischen Getränken.

D. Jochmann

Bei der Operngala im Krefelder Theater drehte sich inhaltlich alles um die vielfältigen Folgen und Auswirkungen von alkoholischen Getränken.

Krefeld. Musik und Alkoholgenuss gehören zu festlichen Gelegenheiten oft dazu. Besonders viel und gerne wird auf der Opernbühne getrunken. Ein passendes Thema für eine Operngala, die unter dem Motto „Vivat Bacchus“ dem römischen Gott des Weines einen ganzen Abend widmet.

Ein elegantes rotgoldenes Bühnenbild erwartet das ebenfalls festlich gekleidete Publikum im Krefelder Theater. Noch nicht überschäumend, sondern eher sanft perlend stimmen die Niederrheinischen Sinfoniker unter Generalmusikdirektor Mikhel Kütson mit einer elegischen Ouvertüre ein. Allerdings gibt es in der Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinsky“ von Modest Mussorgsky einen trinkfreudigen Teufel, wie Generalintendant Michael Grosse verrät. Im Frack gekleidet, führt er als launiger Moderator durch die „rauschhafte Gala“.

Zunächst ist das Heitere im Mittelpunkt, danach die Dramatik

Bereits der erste Teil zeigt, wie vielfältig die Anlässe zum Trinken sein können. So braucht bei Jacques Offenbach der Dichter Hoffmann den Wein als Inspirationsquelle. Mit dem humorvollen „Glu, glu, glu“ wissen Eva Maria Günschmann und der Chor ein Lied davon zu singen. Trinken, um zu vergessen, ist die Devise für Hamlet in Ambroise Thomas’ gleichnamiger Oper. Rafael Bruck verleiht dem melancholischen Dänenprinzen entsprechenden Ausdruck.

Das fröhliche Motto der Gala stammt aus der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“. Entsprechend launig und mit dem Publikum flirtend geben es Hayk Dèinyan und James Park als Osmin und Pedrillo zum Besten. Ohne Alkohol kann auch der große Verführer Don Giovanni nicht reüssieren und so singt sich Andrew Nolen mit der berühmten Champagnerarie in die Herzen des Publikums.

Zum musikalischen Höhepunkt des ersten Teils wird die Szene aus Gaetano Donizettis „Der Liebestrank“. Als Adina lässt sich Sophie Witte nicht den in Wahrheit nur Wein enthaltenden Zaubertrank aufschwatzen.

Dramatischer ist die Stimmung im zweiten Teil. Als dämonischer Jago in Giuseppe Verdis „Othello“ stiftet Johannes Schwärsky stimmgewaltig zum Trinkgelage mit fatalen Folgen an. Noch gefährlicher wird es, wenn der Wein mit teilweise tödlichen Substanzen vermischt wird. So nimmt auch bei Vincenzo Bellini Julia von Pater Lorenzo den Trank an, der sie in todesähnlichen Schlaf versetzen soll. Sophie Witte und Andrew Nolen bieten dabei Belcanto vom Feinsten. Bewusst vergiftet sich dagegen die verzweifelte Leonora in Verdis „Troubadour“, die Janet Bartolova (für die erkrankte Izabela Matula) souverän gestaltet. Ein charmanter Auftritt in Sachen Wiener Schwips gelingt Debra Hays mit der Gesangsversion der „Annenpolka“ von Johann Strauß.

Mit dem festlichen Trinklied aus „La Traviata“ entlässt das Ensemble das begeisterte Publikum zum kulinarischen Ausklang ins Foyer. Dort kann man bei Lachsquiche und Steinpilzgnocchi die entsprechende Grundlage für weiteren Weingenuss schaffen. Auch die Künstler, bei denen sich Oberbürgermeister Frank Meyer mit Blumen bedankt, können jetzt endlich das genießen, wovon sie den ganzen Abend gesungen haben. „Es war wieder ein wunderbarer Abend“, sagen Will und Sigrun Cassel, die die Gala jedes Jahr besuchen

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