Falsche eidesstattliche Versicherung im Spiel.

Krefeld. Mit einem seltsamen Fall beschäftigte sich am Mittwoch das Amtsgericht Krefeld. Angeklagt ist ein 51-jähriger Krefelder. Er soll im Oktober 2007 eine falsche eidesstattliche Versicherung über seine Vermögensverhältnisse abgegeben haben. Es gebe keine offenen Vermögensforderungen gegen andere, so seine Aussage.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sehr wohl noch Forderungen gegen eine Zeugin in Höhe von 46.431 Euro zu haben. Ihr soll er Zuschüsse in dieser Höhe zu ihrer Werbeagentur gewährt haben. Die sollen dann zurückgezahlt werden, wenn die Agentur Gewinne in Höhe von 70.000 Euro erzielt.

So einfach, wie sich das in der Anklage anhört, sei es aber nicht gewesen, so der Anwalt des Angeklagten. Vielmehr sei sein Mandant ein Künstler, der früher wertvolle Bilder gezeichnet habe, die auf dem Kunstmarkt im vier-, teilweise sogar fünfstelligen Eurobereich gehandelt werden. Diese Bilder hat die Werbeagentur der Zeugin, die die Verlobte des Angeklagten ist, veräußert und dafür das Geld bekommen, erläuterte der Anwalt.

Mit dem Angeklagten seien dafür jedes Mal Verträge aufgestellt worden, die er blind unterschrieb. "Er wusste nicht mal, was er da unterschrieben hat." Der Krefelder sei eben in jeder Hinsicht ein Künstler gewesen. Um die Dinge des täglichen Lebens hat sich seine Verlobte gekümmert. Mit den Bildern wollte der Mann einen Teil zu den Lebenshaltungskosten beisteuern, weil er bei seiner Verlobten wohnte. Außerdem sei er 2003 durch einen Zeckenbiss an Borreliose erkrankt und leide noch immer unter dieser Krankheit.

Jedenfalls habe sein Mandant die falsche eidesstattliche Versicherung nicht mit Absicht abgegeben, was straflos sei. Überhaupt käme durch die schwere Krankheit auch eine verminderte Schuldfähigkeit in Betracht.

Dem Vorschlag der Verteidigung (Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldstrafe) folgte die Staatsanwaltschaft nicht. Für die Verhandlung wird nun ein neuer Gerichtstermin festgelegt. Ein Sachverständigengutachten könnte die Basis für ein Urteil liefern.

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